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Mirko

Mirko

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Mirko #2.9

Monday, 23 August 2010 15:52 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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China #2.9 Hostel Nights.

Hostels mit Mehrbettzimmern haben einige Vor-, bieten aber auch einige Nachteile.
Zu den Vorteilen zählen mit Sicherheit der Preis, der ganz unten anzusiedeln ist, und die Tatsache, dass immer irgendjemand da ist, der potenziell was mit einem unternimmt, wenn man denn will.
Auf der anderen Seite lernen einen aber auch verdammt viele Leute kennen. Oder wollen das. Und immer und immer wieder muss man seine gleiche Story erzählen: Woher komme ich, was mache ich hier, wie lange bleibe ich und warum kann ich Chinesisch. Kotzt mich langsam an, immer die gleiche Leier runterzurattern, aber ich selber bin ja auch nicht besser. Dennoch werde ich mir beizeiten wohl eine neue Identität zulegen. Eine spannendere. Die ich noch mit Leidenschaft erzähle.
Ein weiterer Nachteil ist, dass man nur selten zur Ruhe findet. So wie gestern. Hier das Protokoll. (Zeiten sind nicht ganz exakt, aber +/- 10 Minuten)

00h30: Ich lege mich hin.

01h00: Da ich nicht müde bin, schlaf ich wohl jetzt erst ein.

01h17: Jemand stupst mich an. Flüstert. Kichert. Frauen. Ob ich noch mit will in nen Club, werde ich gefragt. Mein Zimmergenosse wär auch mit von der Partie. Nein.

01h33: Ich schlafe wieder ein.

02h17: Ein anderer Zimmergenosse kommt von seinen Aktivitäten wieder. Macht das Licht ganz an. Braucht etwas, bis er sein Bett gemacht hat. Ich wache abermals auf.

02h28: Ich schlafe wieder ein.

03h18: Die Damen und mein Zimmergenosse hatten wohl nicht so viel Spaß. Wollen sie jetzt nachholen. Kichernd.

03h27: Ich schlafe wieder ein.

04h45: Der erste Wecker klingelt. Der Chinese, der tagsüber meistens pennt und auf den jeder Rücksicht nimmt, hält selber nichts von solcher Rücksicht. Muss noch seinen Koffer packen, bevor er abhaut. Licht an. Koffer laut polternd aus den Schrank ziehend. Schrank liegt direkt an meinem Bett. Ich nehme alle Vibrationen wahr. Schaukeln mich nicht in den Schlaf.

05h20: Der Chinese ist fertig. Oder nicht? Er kommt noch ein paar mal rein. Türgriffe sind ein Fremdwort. Sie knallt bei jedem Mal. Darüberhinaus ist das Schloss für die Magnetkarte laut und das Piepen schrill.

05h23: Ich schlafe wieder ein.

05h50: Der Franzose muss auch raus. Der Franzose mit der sanften Stimme. Kann mit jedem und redet gerne des Redens wegen. Und wegen seiner Stimme. Zog nämlich durch China, um als Musikstar rauszukommen. Nicht geklappt. Jetzt redet er vorm ersten Hahnenschrei mit einem anderen Kumpanen, der auch raus muss. Wie wohl das Wetter heute in Beijing ist, fragen sie sich. Ist eigentlich egal, denn der eine muss nach Paris und der andere nach Thailand. Innige Verabschiedung der beiden. Natürlich bliebe man im Kontakt. Die Emailadressen hat man ja. Wer's glaubt.

06h20: Der Franzose ist weg. Ich schlafe wieder ein.

07h30: Tonne betritt das Zimmer. Tonne ist neu. Tonnes Hobbies sind Schwitzen und Schnauben. Ich schlage die Augen erst nur halb auf und dann ganz. Ich sehe nicht verschwommen. Tonne dürfte wirklich über 150 kg verfügen, verteilt auf genauso viele Zentimeter an Körpergröße. Ich mache die Augen anschließend noch ein paar mal auf. Aber nur, um mich zu vergewissern, dass er im Stockbett unten schläft. Tonne bemerkt, dass sein Bett noch nicht gemacht ist. Er schmeißt seinen Rucksack in die Ecke, flucht irgendwas in seine Pausbäckchen und macht sich stampfend vom Acker.

07h35: Ich schlafe wieder ein.

08h15: Der Neuseeländer verschwindet auch. Der frühe Wurm fängt den Vogel ganz vorne in der Schlange vorm Expo-Pavillion oder so.

08h25: Ich schlafe wieder ein.

09h05: Die Tanten von der Putzkolonne kommen rein. Hocken zwar den ganzen Tag aufeinander, dennoch geht ihr Gesprächsbedarf nie aus. Zimmerputzen ist Akkordarbeit. Geht schnell, ist aber auch laut.

09h28: Bevor ich ein letztes Mal einschlafe, blicke ich auf die Uhr. Noch zwei Minuten. Dann klingelt auch mein Wecker.

09h30: Ich setze mich ungewollt auf die Hassliste des letzten schlafenden Zimmerkumpanens. Der soll sich mal nicht so anstellen.

_____


Diese Nacht ging meinem ersten "Geschäftstermin" voraus. Zwecks Thesis treffe ich mich hier mit einer Organisation. Und eben die Managerin dieser Organisation treffe ich.
Sie ist zum Glück nur geringfügig älter als ich, hatte gestern eine Party bis vier und wir können uns beide nur zu gut verstehen. Zudem ist sie nicht minder schön als ich. Mein lieber Scholli!

Beeindrucken kann ich sie übrigens nicht nur mit meinem Wissen, sondern auch mit einem Magen, der sich gewaschen hat. Gewaschen mit Waschbeton. Da zuckt nichts mehr. Da kommt auch nichts mehr durch. Ganz fabelhaft. Kabine 3 ist beinahe vergessen.

Sonntag, 22. August 2010

China #2.8 The Bund is open! Und Frisör! Und Kabine 1!

Gestern fühlte ich mich erstmals wieder etwas in der Lage, das Hotel auch tagsüber zu verlassen. Die sengende Sonne konnte meinem Magen nur leicht etwas anhaben, da dieser durch eine gute Pizza gesättigt war und erst mal wieder was zu tun hatte. Das soll aber nicht heißen, dass es ihm besser ging. In Kabine 3 fühlte er sich noch am wohlsten.
Dennoch ging ich vor die Tür um endlich einen Frisör aufzusuchen. War eigentlich mein Ziel für den ersten Tag, aber ich hab's dann immer wieder verschoben. Ich musste lange suchen, denn hier in der Nähe von Bund und Haupteinkaufsstraße sollten die Mieten höher sein, ggf zu hoch für einen Frisör. Aber ich fand ihn. Ein Blick durchs Fenster bereitete mir zunächst einen Schrecken: Fast alle Stühle waren besetzt, aber nur eine Person wurd gerade bedient. Schien ein In-Frisör zu sein mit nur einem Meister. Und den obligatorischen Empfangs- und Kassendamen natürlich. Ich ging auch nur kurz rein um zu fragen, wie viele Stunden ich wohl warten müsste, was auf Unverständnis stieß. Sofort wurde mir ein Platz zugewiesen und irgendwas durch den Lautsprecher ausgerufen. Alle Gäste standen dann auf und erwiesen sich dank einheitlichen Namensschilds als Frisöre. Aus 11 Kunden wurden somit 11 Arbeitnehmer. Aus den In-Frisör einer ohne Beschäftigung. Mir sollte es egal sein.
Endlich wieder Kopf-Massage, Ohrenspühlung, Spa für die Augen und 45 Minuten Zeit für mich und meinen Meister, der mit einer Liebe und Hingabe Millimeter für Millimeter meiner Haare bearbeitete. Nach einer Stunde ging ich um drei Euro leichter wieder auf die Straße.

Abends ging's dann mal zum Bund. Das ist die Uferprommenade mit Blick auf die berühmte Skyline Shanghais. Letztes jahr war's noch eine reine dreckige, lärmende Baustelle, abgegrenzt durch eine enge, dichtbefahrene Straße, nur erreichbar durch eine Unterführung. Und hinter der Unterführung war maximal ein Terrain von 5x5 Metern frei, was natürlich die Massen nicht wussten oder nicht wissen wollten, trotzdem dauernd Postkarten-Verkäufer darauf hinwiesen. Kurz: Der Bund war letztes Jahr noch ein Ort des Grauens.
Nun nicht mehr. Nun ist es da ganz und gar edel. Selbst die Straße davor ist großzügig und glänzt. Und Postkartenverkäufer gibt es auch keine mehr, da ja jeder selber sein Foto schießen kann. Man wird also nicht mehr vollgelabert. Allerdings sind eie Massen noch fast die gleichen, sodass jeder, der ein wenig Gefühl für Fotographie hat, sich hier nicht ablichten würde. Aber das haben die Chinesen größtenteils nicht. Die fotographieren alles. Und ein paar Menschen mehr auf dem Bild, die eigentlich alles wichtige verdecken, machen da auch nichts.

Heute erwache ich mit dem gleichen Druck der letzten Tage. Ich will zu Kabine 3. Ich betrete sie auch, drehe aber schleunigst wieder um. Die hat ja jemand anders benutzt. Und beschmutzt. Pfui! 30 Mal hat sie mich ausgehalten und war stets tadellos und jetzt kommt irgendein Schmutzfink daher und nimmt sie mir. Kabine 1 ist frei. Aber Kabine 1 ist nunmal nicht Kabine 3. Sie ist ganz außen und grenzt rechts an die Außenwand. Dadurch kommt es zu einem Drittel weniger Belüftung was bei den Klos, auf denen eh schon Außentemperatur herrscht, tödlich ist. Es muss also etwas passieren! Ich habe keine Lust mehr auf den Unfug und diese unsichtbaren Fußfesseln.
Der Franzose im Hostel gibt mir dann mal Tabletten. Brecher sind das, denn bis zum Aben bin ich kabinenfrei. Mehr noch: Das erste Mal seit fünf Tagen drück wieder die Blase! Ein unglaublich normales Gefühl.
Morgen kann ich dann höchstwahrscheinlich in ein neues Leben starten.
 

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China #2.3-7

Saturday, 21 August 2010 06:07 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Samstag, 21. August 2010

China #2.7 Beton anrühren.

Die erste Packung Tabletten ist irgendwo in den unendlichen Weiten meines Körpers oder letztendlich doch in Kabine 3 verschwunden. Was neues muss her. Was stärkeres. Denn so ist das ja kein Leben. Heute ist der dritte Tag in Folge, an dem ich schwach und matt ans Klo gefesselt bin. Man möge sich mal ausmalen, ich bliebe nur eine oder zwei Wochen und nicht sechs. Das wäre wahrlich Gift.
Den Weg zur Apotheke schaffe ich ohne Zwischenfälle. Ich krieg es sogar auf die Reihe, Bananen zu kaufen. Und es scheint auch zu klappen. Mein Darm verschließt vorerst, im Magen wird Beton angerührt. Prima.
Dann meldet sich der gute alte Jie Hu, den ich vor einem Jahr schon mal in Hangzhou besucht habe. Er ist bei Kunden in Shanghai. Kunden, die ich auch nächste Woche besuchen werde. Und heute Abend hat er frei. Es wäre Zeit, einer gewissen Tradition zu frönen, nämlich der des Bieres. Ich erkläre ihm meinen jämmerlichen Zustand. Dann erstmal frische Luft. Spaziergang. Sagt er. Machen wir dann auch. Ich kriege etwas Essen, dann weiter Spaziergang. Und irgendwann sind wir dann so weit gelaufen, dass wir auch eigentlich gleich irgendwo einkehren könnten. Aber ich will nicht.
Wir sitzen kurz darauf in der Windows Sportsbar-Disko. Mein ehrenwerter Bruder und Toni G. werden sich wohl noch an diese Lokalität erinnern, habe ich sie doch damals an unserem zweiten gemeinsamen Abend einfach dort alleine zurückgelassen, ohne dass sie genau wussten, wie sie unser Hotel finden sollten.
Aber ich trinke nichts.
Kurz darauf stehen zwei Einbecker Dunkel vor uns. Kalt. Und mit Kohlensäure. Wie sich das ein geschundener Magen so wünscht. Dieser geschundene Magen ist aber kein Magen mehr sondern mutiert immer mehr zum Betonmischer. So sehr rotiert er und wirbelt sein Inneres hin und her. Luft ist eingeschlossen und findet keinen Ausweg. Es sind wahre Qualen, die ich durchlebe.
Aber nur am Anfang des Bieres. Es wird besser und mit dem letzten Tropfen ist es dann ganz gut. Aber noch eins trink ich nicht.
Trink ich doch. Und das Dilemma nimmt wieder Fahrt auf. Das ändert sich auch nicht beim letzten Absacker-Cocktail. Früh geht es heim. Mit Taxi. Denn Schritte kann ich kaum noch tun ohne mich zu krümmen.
In Kabine 3 stell ich mit Erleichterung und Verzweiflung fest, dass ich tatsächlich Beton angerüht zu haben schein. Da hilft jetzt nur noch Beten, dass die Nacht was bringt.

China #2.6 Einmal bitte Kabine 3 freihalten.

Heute ist Mittwoch, ich bin schon drei Tage hier, ich sollte mal mit dem Anfangen, weshalb ich gekommen bin, nämlich an meiner Thesis arbeiten. Den Tag habe ich auch schon freigehalten, den Arbeitsablauf im Kopfe festgemacht. Als Büro soll die Bar auf der Dachterrasse dienen, in der man neben Internet auch eine wunderbare Sicht über den Bund aufs Pudong-Viertel vorfindet.
Wird nix draus. Der heutige Tag steht genauso wie der morgige im Zeichen des Laduzi. Als Laduzi bezeichnet man die Fehlfunktion des Körpers, wenn der Darm denkt, er spiele heute mal Blase. Und zwar eine Frauenblase, was Häufigkeit und Geschwindigkeit der Verdauung angeht. Nix bleibt drin. Und somit fülle ich auch erst mal bis zum Abend nichts nach. Das liegt daran, dass ich taktisch vorgehen muss: Ich darf mich nicht zu weit von einem westlichen Klo wegbewegen, denn aufgrund meines Knieschadens oder motorischer Unfähigkeit kommt ein östliches Hockloch nicht in Frage. Und ich darf mich möglichst keinen Klimaumschwüngen aussetzen, was aber nicht möglich ist, da ich ja dauerhaft in meiner kühlen Koje hocke und kaum raus kann, um Nahrung zu beschaffen. So soll für die nächsten zwei Tage das Bett oder aber Kabine 3, die bei jedem meiner 17 Besuche frei ist, Ort des bevorzugten Aufenthalts bleiben.
Am Donnerstagabend geht es dann endlich besser. Nahrung ist verzehrt und für die Thesis ist auch schon was geschafft. Mit etwas Glück lässt sich morgen auch wieder mit Genuss etwas essen und trinken und endlich auch das Büro nach Feierabend auf ein Bierchen aufsuchen.

Ps.: Kurz vor Fertigstellung dieses Beitrags wird Kabine 3 ein 18. Mal beehrt.

China #2.5 Fälscherbasar.

Heute schaffen wir es dann auch auf den Fälscherbasar. Pünktlich. Trotz plötzlichen Platzregens und Gewitters, der den Weg zur U-Bahn unmöglich macht. Bei jedem Donner erschreckt sich dabei ein Moped so sehr, dass der Alarm ausgelöst wird. Der jeweilige Besitzer ist natürlich nicht vor Ort und so ist jede Straße voll mit Regenmassen, Blitzen, Donnern und Alarmgeheule.
Der Fälscherbasar ist recht leergefegt, weshalb ich zunächst hoffe, dass man hier noch verzweifelter und zum Verkaufen gezwungen ist, als ich von den Basaren in Beijing gewohnt bin. Ist man aber nicht. Mit meinen Drohungen, weiter zu laufen und woanders zu kaufen, wenn der Preis nicht niedriger wird, komme ich nicht weit. Dann soll ich halt gehen. Letztendlich ist meine Ausbeute nicht so hoch. Aber das nötigste habe ich. Und recht günstig, also eigentlich spottbillig ist es auch. Weiß nicht, warum ich immer auf noch tiefere Preise bestehe. Ist eher Sport als Shoppen für mich.
Anschließend gibt’s zum Abend Fisch in scharfer Soße. Geht, bis ich einschlafe, auch fast gut!

China #2.4 Club-Abzocke.

Die Nacht im 4-Sterne-Zimmer ist vorbei, heute gilt es den Tatsachen ins Auge zu blicken und ins 8-Bett-Zimmer des Captain’s Hostel umzuziehen. Das hab ich zumindest vorher schon buchen können. Hier bleib ich vier Nächte, darf dann umziehen, weil Freitag alles ausgebucht ist und dann am Samstag wieder einziehen.
Meinem Vorsatz, möglichst nicht zu viel Geld zu verschwenden, setze ich erstmalig in die Tat um und fahre mit der U-Bahn dahin. Blöder Vorsatz. Ich bin schon wieder nassgeschwitzt, bis die U-Bahn erreicht ist, dann wird es zunächst kühl. Dann passt der Koffer nicht wirklich durch die Schranke beim Einlass. Dann müssen wir dreimal umsteigen, was mit viel Wandern verbunden ist. Dann geht’s raus und der Weg von der U-Bahn zum Hostel ist noch länger. Taxi wär um einiges unkomplizierter und nicht einmal fünfmal so teuer!
Anschließend will ich zum Fälscherbasar und um Kleidung handeln. Hab ja extra nur das nötigste mitgenommen, um dann hier so viel wie möglich günstig zu erwerben. Trotz Beschränkung auf vier T-Shirts und dem nötigsten an Hosen hatte mein Koffer allerdings schon bei der Gepäckaufgabe 20,5 kg auf der Waage. 9,5 kg stehen noch bereit. Eigentlich weiß ich auch, wo der Basar ist. Aber nur eigentlich. In Wahrheit finde ich ihn nicht. Oder er ist verschwunden, wegen der Expo oder so. In einem Jahr passiert hier ja viel. Nach einer langen Odyssee schlägt Mini vor, zu einem anderen Markt zu fahren. Der hat dann schon geschlossen. Verschenkter Nachmittag.
Zumindest bekomme ich eine Telefon-Karte. Funktioniert zunächst aber mitnichten. Ich verfluche Vodafone. Ziehen mir auf Dauer das Geld aus der Tasche und lassen mich jetzt scheinbar in China nicht mal ne einheimische Karte benutzen. Ich schiebe Hasstiraden und laber Mini damit voll. Es stellt sich später heraus, dass ich die Karte falsch eingelegt habe. Dabei ist das mit der abgeknickten Kante doch scheinbar so einfach. Wer dennoch mal was über Vodafone hören will, der darf sich gerne bei mir melden!
Unterdessen liefen schon die Abendplanungen und irgendwelche Freunde Minis meinen, im Muse 2 ginge es ab. Sie warnt mich vor, dass es dann immer so abläuft, dass die männlichen Teilnehmer eine gewisse Summe Geldes in einen Topf schmeißen würden, davon gäbe es dann Getränke und Plätze für den ganzen Abend. Klappt vielleicht in der Theorie. Aber nicht, wenn der, dem ich das Geld gebe, schon sehr dubios wirkt und das Geld lieber in die schmutzige Kleidung stecken sollte, mit der er woanders wohl eher nicht einen solchen eher gehobenen Club kommt. Letztendlich bekomme ich zwei Gläser Mischungen. Und die auch nur während eines Würfelspiels in dem der Verlierer trinken muss. Anschließend heißt es, wir würden noch ins KTV gehen. Dafür müsste man aber nochmal was in den Pott schmeißen. Mini und ich lehnen das Angebot dankend ab. Ihr ist das alles etwas peinlich. Aber ich winke ab. Schwamm drüber.
Für so was spar ich ja extra beim Bahnfahren.

China #2.3 Schimmeln.

Nach drei Stunden ist meine Frist im Netz abgelaufen. Ich könnte verlängern. Hat mich aber immerhin schon fast nen Euro gekostet und ich will doch duschen. Und schlafen. Also gehen wir raus auf die Straße. Es ist hell und nach dem ersten Eindruck her weniger heiß und stickig als in der Nacht zuvor.
Wir klappern weitere fünf Hotels ab und kommen dem ganzen schon näher. Immerhin gibt es jetzt schon welche, die mich aufnehmen würden, wenn sie ein Zimmer frei hätten. Dann endlich finden wir eins. Zwar ist noch kein Raum frei, aber bis halb neun sollte sich das erledigt haben. Wir bekommen auch irgendwie einen Rabatt von 25 %. Wahrscheinlich wegen Schönheit. Oder wegen Mitleid, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass ich noch ansehnlich aussehe. Trotz erstgenannter natürlicher Schönheit. Wir sitzen bis halb neun auf der braunen Lederimitat-Couch im Foyer und auch noch bis halb zehn. Dann werden wir endlich herbeigewinkt zur Schlüsselübergabe. Das Aufstehen erweist sich als schwierig. Denn durch verschiedene Lüfte und Klimata muss sich mein Schweiß und was sonst noch so auf meiner Haut vorhanden war in eine Säure gewandelt haben. Zumindest bleibe ich zunächst kleben und ziehe dann einen großen Teil der obersten Schicht des Lederimitats ab. Die Couch steht im Schatten, da sieht man das nicht. Aber mein Shirt ist dahin. Macht aber nichts. War ja sowieso ein günstiges China-Produkt und kann nun, wie geplant, durch ein neues ersetzt werden.
Die Dusche ist eine Wohltat, das Bett anschließend auch. Zunächst bis zum Abend, als der Hunger ruft. Endlich wieder verschiedene Speisen zu Reis und dazu eine leckere Erbsen-Limonade. Dann wird ein wenig am People’s Square geschimmelt bevor es wieder ins Hotel geht.

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China #2.2 Willkommen im Schweiß!

Wednesday, 18 August 2010 21:37 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Mein Aufenthalt unter bösen Dubairanern, bei denen ich letztendlich kein Bier mehr bekam, hatte dann auch ein Ende. Den nächsten Flug sollte ich erstmal noch genießen, was angenehme Kühle betrifft. Wurde leider etwas übertrieben, ich saß die ganze Zeit in einer Decke eingehüllt. Da hatte Frank recht, als er fragte, ob mir eine kurze Hose und ein T-Shirt reichte. Egal, die Kälte bewahrte meine Blutgefäße vorm Ausdehnen und so drohte zumindest keine Thrombose.
Ich hätte mir denken können, dass das Entertainment-Programm von Emirates in jedem Flieger gleich ist und mir dann vielleicht nicht die besten Filme beim ersten Flug reinziehen sollen. So gab es trotz der großen Auswahl keinen Film, der mich spontan ansprach oder den ich nicht schon gesehen hätte. An Schlaf dachte ich dennoch nicht.
Warum auch? Wollte ich ja anschließend am Flughafen machen. Ankunftzeit war nämlich 2:30 Uhr in der Früh. Und da bin ich langsam Schwabe genug, um zu erkennen, dass sich 15 bis 20 Euronen und der volle Preis für ein Hotel-Zimmer nicht unbedingt für ein paar Stündlein Schlaf lohnen. Hab ja auch schon Erfahrung mit dem Schlaf an Flughäfen.
Entgegen vorheriger Ankündigungen treffe ich am Flughafen Mini. Sie ist mit der letzten Bahn gekommen. Das war um 21:00 Uhr am Vortag. Sechs Stunden hat sie also auf mich gewartet. Blöde Zeit für sie. Für mich aber ein kleiner Glückstreffer. Vorerst. Denn sie hat Türken getroffen, die auf der Expo arbeiten und ebenfalls auf meinen Flieger warten. Und sie verfügen über ein Auto, das zufällig noch zwei unbesetzte Plätze bereit hält. Und sie müssen zufällig in das Viertel, in dem Mini schon ein paar günstige Buden kontaktiert hat und freie Zimmer ausfindig machte.
Die Luft im Parkhaus deutet schon darauf hin, dass sich zu dem nicht so tollen Gefühl, über 24 Stunden in derselben Kleidung bei verschiedenen Klimata und Orten und ständig umgeben von Menschen zu stecken, auch noch eine ordentliche Portion Schweiß gesellen würde. Und so kam es dann auch, als wir an irgendeiner Straßenkreuzung rausgelassen werden. In jeder fremden Stadt hätte ich wohl einen Hauch von Panik verspürt, desnachts irgendwo rausgelassen zu werden, aber diesmal nicht. Ist eher ein Gefühl von Vertrautheit mit der Umgebung und so. So ein Gefühl von Heimat. Ach Quatsch, ich werde sentimental, aber ungefähr so ist es.
Schon Sekunden nach dem Aussteigen mache ich einen Tropfen kühlen Schweißes aus, der sich aus einer Drüse meines Rückens zwängt und schnell seinen Weg gen Erdmittelpunkt sucht, dahin, wo der Hintern sich spaltet. Ich will eine Dusche, jetzt. Hotel ist auch gleich erreicht. Wird mir gesagt. Gut, ein bisschen Gesuche ist noch dabei, Frauen und Koordinationen sind so ein Fall für sich, also erst etwas Taxi und dann nochmal laufen und dann endlich in den kühlen Vorraum des besagten Hotels. Klar, Zimmer gibt es noch. Auch trotz der Expo nicht so teuer. Aber wegen irgendeiner Versicherung sind Ausländer leider nicht Willkommen. Zu Zeiten der Expo, einer Weltausstellung, ist das natürlich ein toller Schritt. Auch die nächsten Hotels wollen mich nicht.
Den Rest der Nacht und den Anfang vom Morgen verbringe ich also in einer schäbigen Internet-Bar. Cola-Flecken auf dem Bildschirm und abgegriffene Tastaturen, viele schwitzende Buben ohne T-Shirt und ein dezenter Klo-Duft lassen mich dann endlich voll und ganz in China ankommen und alles noch vertrauter erscheinen. Einen Ekel empfinde ich nicht, schließlich passe ich in meinem Zustand gerade genau hier her.
Ob ich noch ein Hotel finde und wenn ja, wie viele, erfahrt ihr morgen, wenn mein Laptop wieder über genügend Akkumulator verfügt.
Gute Nacht!

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China #2.1 Diese Dubairaner

Saturday, 14 August 2010 07:01 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Der Papa ist wieder unterwegs nach ganz weit östlich. Gestern ging's los. Ab Frankfurt. Nicht so'n toller Flughafen. Was man da hauptsächlich machen kann, ist Schlange stehen, weil sämtliche Schalter unterbesetzt sind.
Flug war auch nicht so prickelnd. Viel zu viele Filme zur Auswahl und eigentlich wollte ich doch schlafen, ging ja über Nacht nach Dubai. Keine Beinfreiheit in den Maschinen der Emirates. Penn auch nur ne halbe Stunde, da der Herr hinter mir am Fenster Blasenschwäche hat und deshalb immer raus muss. Seine Blase scheint so schwer zu sein, dass er sich mit aller Kraft an unseren Sitzlehnen hochziehen muss.
Mir schlafen zweimal die Beine ein und einmal der Hals. Hab Glück, dass ich in Etappen fliege. Sonst hätte ich jetzt Thrombose. Und das wäre Gift! Passte bei Ankunft kaum wieder in meine Schuhe.
In Dubai lande ich um halb fünf morgens deutscher Zeit. Und darf hier sieben Stunden hocken. Ohne rauszugehen. Menschen überall. Und ich hasse Menschen! Gehen und stehen nur im Weg.
Der Flughafen ist jetzt auch nicht so toll. Liegt vor allem an den Shops. Finde einfach kein Bier.
Hebe trotzdem mal Geld ab. Kann ich ja. Umsonst. Hab aber keine Ahnung, was so eine Dubai-Geldeinheit wert ist. Ich darf minimal 100 Einheiten abheben. Mach ich. Dann geht's zum Tosi-Café. Eine Chai Tea Latte und ein Shrimp-Sandwich. Chai Tea Latte ist alle. Gut, dann nur eine normale. Macht 53 Dubai-Geldeinheiten. Ich reich ihm den abgegriffenen 100 Dinger-Schein. Sollte also 47 Geldeinheiten zurückbekommen. Ich bekomme drei gleichaussehende Scheine und zwei Münzen zurück. Auf den Scheinen steht '10'. Auf den Münzen nix. Kommt mir Spanisch vor. Oder Dubairanisch. Will nachfragen, was eine Münze für eine Wertigkeit besitzt. 7,50 Dubai-Dollar? Glaube ich nicht. Der Herr hinter der Kasse auch nicht. Ihm steigt die Schamesröte ins gebräunte Gesicht. Fühlt sich wohl ertappt, zieht auch sogleich nen vierten Schein aus der Tasche. Sagt, ich solle jetzt mit ihm und er Quittung zum nächsten Schalter gehen, wo ich meine Nahrung empfangen soll. Die 'garstige Bratkartoffel', wie die gute Julia S. aus F. ihn passend nennt, wollte mich also bescheißen. 15 Dinger wollte der für sich behalten. Und war bestimmt nicht das erste Mal. Ich glaube, das ist hier Masche. Deshalb sind die auch so reich, die Dubairaner, weil die allen gutgläubigen Touristen, die sich mit der Währung nicht auskennen, das Geld aus der Tasche ziehen. Nach nem halben Jahr können sie sich dann einen Porsche leisten, nach einem Jahr ein eigenes Schloss. Und das als normaler Verkäufer.
Aber nicht mit mir. Ich muss mich rächen. Für ihre veralterten Methoden. Ich halte der nächsten Tante hinterm Schalter meine Rechnung hin. Bekomm meine Latte. Aber mein Sandwich nicht. Kann mir vorstellen, dass es das ist, das da hinten noch steht. Aber sie sagen, das sei für Nummer 59. Ich bin 55. Ich warte also etwas. Halte aber weiterhin meine Quittung hin. Und dann ist kurz Positionswechsel im Rotationsprinzip im Café. Am Kaffee-Automaten steht die nächste Tante, guckt auf meine Quittung, und reicht mir die nächste Latte. Hat nen Wert von 18 Kröten. Die garstige Bratkartoffel und sein Laden haben also statt 15 Einheiten Gewinn gerade 18 Einheiten Verlust gemacht.
Zufrieden grinse ich in mich hinein. Eine halbe Stunde meiner Wartezeit ist somit schon fantastisch verbracht. Dürfte trotzdem noch langatmig werden. Brauche zum Öffnen einer Internetseite über fünf Minuten. Und dann sind die meisten auch noch gesperrt. Zum Beispiel Bild.de. Wie kann man bitte die Internet-Präsenz der BILD-Zeitung sperren? Das ist Entertainment pur! Drum meine Frage an alle da draußen: Gibt es Neuigkeiten von Lothar und Liliana?

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Flip Flop-Bein und Maus-Finger

Monday, 26 July 2010 00:21 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Sehr verehrte Welt der Medizin,

Nachdem Sie in vielen Studien das Phänomen des Tennis-Arms aufgeklärt haben, möchte ich nun auf eine weitere, neue Volkskrankheit hinweisen.

Zunächst haben wir den Maus-Finger!
Dieses Phänomen bezieht sich, zumindest bei mir, auf den Mittelfinger der rechten Hand. Der Mittelfinger der linken ist gerade und stolz, überragt alle anderen Finger. Der Mittelfinger meiner rechten Hand allerdings ist krumm und schief, gen Ringfinger gebeugt. Dieses Phänomen ist der häufigen Benutzung eines Computers in der Entwicklungsphase zuzuschreiben, da eben dieser Finger immer auf der rechten Maustaste lastete und vom Mausrad nach außen gedrängt wurde.
Sollte nun irgendjemand dazu geneigt sein, das ganze medizinisch weiter zu erforschen, so möge er dies tun. Als Dankeschön könnte man diese Volkskrankheit ja oeRque'scher Maus-Finger nennen.

Das Flip Flop-Bein!
Diese Krankheit zeichnet sich durch einen nervenden Schmerz am unteren Schienbein knapp über dem Sprunggelenk aus. Dieser Schmerz ruht daher, dass Flip Flops sich mit der Zeit ausweiten und man, zunächst unbewusst, aus Angst, die Schuhe zu verlieren, die Zehen spreizt um den Fuß künstklich dicker zu halten. Das geht einige Zeit gut, verleiht allerdings zunehmend einen Schmerz, der einem Muskelkater oder einer gereizten Sehne gleichkommt. Ich leide bereits seit 1,5 Wochen unter dem Flip Flop-Bein und bekomme meistens beim Fußball besondere Probleme. Ob diese Krankheit reversibel ist, bleibt zu erforschen.
Sollte nun irgendjemand dazu geneigt sein, das ganze medizinisch weiter zu erforschen, so möge er dies tun. Als Dankeschön könnte man diese Volkskrankheit ja oeRque'sches Flip Flop-Bein nennen.

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