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#033: 09.05. – 13.05.: „Chinesische Namen.“

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#033: 09.05. – 13.05.: „Chinesische Namen.“

Thursday, 09 June 2011 09:14 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Ich muss mich leider entschuldigen, mit großartigen neuen Stories kann ich zur Zeit schlecht auffahren, sitz ich doch größtenteils in meinem Kämmerlein im sechsten Stock und mach so etwas wie studieren. Also pack ich mal wieder mit kunterbunten Geschichten aus der Welt der Chinesen aus. Heute geht es um Namen.

Zum Grundsätzlichen kann man sagen, dass ein Name stets mit dem Familiennamen beginnt, der aus einem Zeichen besteht (in seltenen Fällen sind es zwei, die sind dann aber bekannt) und dann ein normalerweise aus ein bis zwei Zeichen bestehender Vorname folgt (wobei man nun ja nicht mehr von Vornamen sprechen kann). Blöd an der Sache ist nur, wenn die Chinesen mal in westliche Länder gehen und sich dann umstellen und sich jedem Westler auf westliche Art vorstellen, der Westler es aber wieder verdreht und so der Rufname letztendlich wieder zum Nachnamen wird. Mir geht es hier bei vielen Menschen so, aber letztlich reagieren sie doch immer auf mein Kommando.

Die Namensfindung ist essentiell und ultrawichtig in China, was die Schwangerschaft gleich doppelt schwer gestaltet. Denn einem Namen wird viel Bedeutung beigepflichtet, er muss wohl überlegt sein und man muss auf vieles achten, aufdass möglich viel Schicksalsleitendes in ihm steckt. So ist es einerseits die Bedeutung der Namen, auf die geachtet werden muss, sprich er soll Schicksal und Wunsch der Eltern dem Sprössling gegenüber ausdrücken, wie Stärke, Schönheit oder Reichtum. Zum anderen ist aber auch der Inhalt der Zeichen wichtig, also die einzelnen Radikale. Hier spielen Astrologie und die fünf Elemente Gold, Holz, Erde, Wasser, Feuer eine starke Rolle, da diese Elemente im Kreis geschrieben von links nach rechts sich gegenseitig auslöschen, bzw. schwächen, während sie in anderer Kombination sich stärken oder gegenseitig gebären. Komplizierte Sache also. Wenn dein bisheriger Name jetzt leider akuten Wassermangel hat (bzw. es dir an Wassereigenschaften mangelt, die da wären Betrachtung, Lageerfassung, Ruhe), so bekommst du am besten noch das Zeichen (miao) verpasst, da dieses vor Wasser nur so sprudelt (hat drei Radikale), und heißt gleichzeitig noch „Endlosigkeit" oder „Grenzenlosigkeit".

In die Zeichen kann man auch getrost seine eigenen Wünsche packen. Wenn das Erstgeborene nun „leider" ein Mädel ist, was ja immer noch als eher mittel bis nicht so gut gilt, zwecks Alterssicherung und so, bekommt es Zeichen mit der Bedeutung oder der Aussprache von „Sohn folge (bitte)" verpasst, aufdass das nächste Kind, das man sich unter Umständen teuer erschlafen muss, auch ein kräftiger Bub wird.

Nun ist es im chinesischen nicht so wie in anderen Sprachen, wo man Buchstaben zusammenwürfeln kann und schon ergibt sich ein neues Wort, bzw. ein Name, den jeder dann mehr oder minder aussprechen kann, sondern man kann nur auf das begrenzte Repertoire der 60.000 Schriftzeichen zurückgreifen. Und die haben nun einmal fast alle eine Bedeutung, wobei es natürlich auch vorkommt, dass einige nur für Namen verwendet werden. Die Bedeutungen führen dann soweit, dass beispielsweise mein Mannschaftskapitän wörtlich übersetzt „wolkiges Schneeschwein" heißt. Was für'n blöder Name, wenn auch sehr poetisch, mag der dumme Westler denken, aber die Eltern werden sich dabei wohl was überlegt haben.

Oder eine der Agenturen. Denn neben einem Buch mit vielen oft benutzten Namensteilen werden immer öfter Agenturen herangezogen, die den perfekt abgestimmten Namen unter Beachtung des Familiennamens, der Umgebung, der Zeit und der elterlichen Wünsche ermittelt. Da werden keine Kosten und Mühen gescheut und so genießen diese Agenturen neben viel Ehrfurcht auch viel Wohlstand.

Nun sollten alle Namen dann ja fast einzigartig sein, da es für einen dreizeichigen Namen ja 216.000.000.000.000 Kombinationen geben sollte, also bei 1,4 Mrd. Menschen rund 150.000 pro Person. Aber weit gefehlt. An meiner Uni gibt es alleine mindestens 500 Damen, die sich den Namen 李媛 (LiYuan – Pflaume + schöne Dame) teilen dürfen.

Wer nun nicht mit seinem Namen zufrieden ist, weil er anscheinend einer schillernden Zukunft im Wege steht, der muss nicht weinen oder seine Karriere an den Nagel hängen, denn auch dafür ist gesorgt: Wer will kann seinen Namen jederzeit und kostengünstig ändern lassen. Ist zwar etwas lästig für alle drum herum, aber wenn es doch der Karriere dient…

Und schon haben wir wieder was gelernt!

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