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#032: 01.05. – 08.05.: „Neues von der Baustelle.“

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#032: 01.05. – 08.05.: „Neues von der Baustelle.“

Saturday, 28 May 2011 23:15 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Ich muss sagen, ich habe mich beizeiten dran gewöhnt. Es fällt mir gar nicht mehr auf, wenn die Kinder von der Baustelle nebenan eine Party mit ihrem Vorschlaghammer feiern. Es fällt mir auch kaum mehr auf, dass der Bagger stets seine Drehzahlen in den roten Bereich pumpen muss, um nur einen kleinen Satz nach vorne machen zu können. Das Gequietsche des Lastenaufzugs auf Höhe meines Fensters ist ebenso zur alltäglichen Melodie geworden und ich würde sie wahrscheinlich vermissen, wenn sie irgendwann nicht mehr permanent in meinen Ohren liegen würde. Und auch das Geschnatter während der Pausen ist nichts neues für mich.

Dennoch gab es in letzter Zeit ein paar Momente, die mich senkrecht im Bett stehen ließen. Krach, der mir durch Mark und Bein geht. Das eine Mal werde ich früh morgens von einem riesigen Donner geweckt. Ein Donner, den Aluminium-Platten, wenn man sie hin und her schwenkt hinterlassen, nur viel gewaltiger. Ich brauchte etwas, um es zu realisieren, aber letztendlich erkannte ich, dass es tatsächlich an Aluminium lag. Dieses war für Abluftschächte oder sonstwas gedacht, ist ja auch egal, auf jeden Fall für die oberen Stockwerke. Drum wurden diese Aluminiumplatten, groß und nicht unbedingt zu leicht, auf eine Schiebkarre gelegt und diese nach per Lastenaufzug nach oben transportiert. Dumm nur, wenn das Gleichgewicht einer Schiebkarre als allzu verständlich vorausgesetzt wird und der Aufzug etwas ruckelt. Dann ergibt es sich nun einmal, dass so eine Schiebkarre kippt. Und da ist es auch schön und gut, wenn man um den Aufzug grüne Fangnetze gespannt hat, nur weil man das mal irgendwo gesehen und für schön befunden hat, vielleicht als Sonnenschutz, den eigentlichen Sinn dahinter aber nicht. So ist es für eine Aluminiumplatte natürlich ein Leichtes, sich, bestärkt durch etwas Energie aus der Erdanziehungskraft, durch das Netz zu schneiden und laut donnernd die sieben Stockwerke nach unten zu krachen. Da staunte auch der Heini, der die Schubladen beladen hatte, nicht schlecht, als die Platten unmittelbar neben ihm im Boden einschlugen. Ich war heilfroh, dass er nicht den Geistesblitz hatte, die scharfen Platten auffangen zu müssen.

Ein zweites Mal ist es ein nerviges Gekreische, dass meine Aufmerksamkeit erweckt und mich zum Fenster zieht. Denn ja, auch Frauen arbeiten auf dem Bau. Ihnen bleibt ja nichts anderes übrig, wenn sie aus dem Land in die Stadt kommen. Da muss man nehmen, was man kriegt und da die Bildung außerhalb der Städte nach wie vor etwas zu wünschen übrig lässt, beschrenkt sich die Job-Auswahl auf körperliche Arbeiten. Dass hält Frauen aber noch lange nicht davon ab, sich ab und an wie solche aufzuführen (also natürlich nicht alle und die „typische Frau" gibt es ja auch nicht, und wer mir jetzt einen Strick daraus drehen will und mich als Sexist darstellt, an den appelliere ich: Such dir bitte ein Hobby, wie kochen oder so). Aber wo war ich: Ach ja, die Frau hatte wohl eine Meinungsverschiedenheit mit einem Mitarbeiter/Lover/Freund/Feind, was weiß ich. Und ich glaube, der Typ hatte Recht. Denn aus einiger Erfahrung weiß ich, dass Teile des weiblichen Geschlechts, mit dem Rücken zur Wand und einem leeren Sack ausgegangener Argumente gerne auf zwei, drei Taktiken zurückgreifen, um die Diskussion doch noch für sich zu gewinnen. Manchmal zieht ganz einfach das Argument „Ist aber so!", andere wiederholen gerne das letzte Argument ein paar Mal, ein paar greifen auf ein ganz anderes Thema zurück, also zum Beispiel argumentieren sie damit, dass sie in einer anderen Diskussion (wahrscheinlich auch wegen einer dieser Taktiken) Recht hatten und wenn das dann alles nichts hilft, wird frau einfach laut und schreit rum. In diesem Fall versuchte Madame, die letzten drei Taktiken für sich einzusetzen. So lief sie permanent laut einen Satz (ich verstand ihn nicht recht) wie ein Papagei wiederholend um einen Schutthaufen herum, während ihr „Kontrahent" beschwichtigend und um Raison bittend ihr folgte. Zuerst fand ich es noch amüsant, aber nach einiger Zeit als ich dann auch ihre unverständlichen Worte erstens genau und zweitens genau zur selben Zeit wie sie wiedergeben konnte, eben nicht mehr. Dann entschloss ich mich mal, dazwischenzuschreien. Ein paar Mal. Aber ich wurde nicht erhört. Stattdessen hatte sie genügend Aufmerksamkeit von anderen, die nun dem Spektakel lauschten. Ein paar schlugen sich dann auch auf ihre Seite und baten wiederum den Kontrahenten, einfach mal zu chillen, aber das reichte ihr nicht ganz, und so griff sie letztendlich doch noch zur Endgegner-Waffe: Heulen. Und das zieht immer.

Auch bei mir, weiterschlafen konnte ich nicht mehr.

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