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#030: 24.04. – 30.04.: „Eine Woche mit Mini. Teil 2.“

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#030: 24.04. – 30.04.: „Eine Woche mit Mini. Teil 2.“

Saturday, 21 May 2011 18:15 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Zumindest die schweren Wanderstiefel hab ich gegen leichte Sportschuhe ausgetauscht, wenngleich der Rucksack bleibt, da der Inhalt einer normalen Damenhandtasche natürlich mit muss. Um elfe am späten Abend befinden wir uns am Fuße des Berges und beginnen die Wanderung. Also gut, Wandern ist was anderes, das ist hier mehr Treppen steigen noch und nöcher mit vielen kleinen Pausen zwischendurch, in denen es Red Bull, Tomaten und Nudelsuppen gibt. Kein Bier. Hab ich mir selber verboten. Das Klima ist angenehmer als vor zwei Jahren, wenngleich ich auch deutlich mehr schwitze als gewöhnlich, allerdings schlägt die Schwüle Hitze nicht nach einiger Zeit in kalten Wind und Regen um. So lässt es sich angenehm Treppen steigen und trotz Wohlstandsbauches bin ich fitter als damals und wir kommen problemlos nach sieben Stunden zum Sonnenaufgang auf dem Ostgipfel an, der sich in 2100 Metern über Normal Null befindet (der Fuß des Berges befindet sich auf einer Höhe von 400 Metern oder so). Also gut, Sonnenaufgang ist relativ, die Sonne geht zwar auf und alle warten gespannt darauf, dass sie mal durch die Wolken bricht, das passiert aber nicht so schnell. Was früher weicht als die Wolken ist die Geduld der Chinesen, denn als einer laut behauptet „Nee nee, heute kommt keine Sonne mehr, das ist morgen," verlassen die meisten das typisch chinesisch überfüllte Plateau und wir kriegen einen guten Platz, der nach 10 Minuten doch noch mit der Sonne belohnt wird. Mit den Sonnenstrahlen erwärmt sich dann auch die Luft, was sie in Aufruhr bringt, sodass eine steife Brise uns um die Ohren weht. Nicht ganz das Angenehmste für einen Körper, der nach sieben Stunden Hochleistung nun allmählich runterfährt. So verkriechen wir uns anschließend zunächst in einem windgeschützten Tempel bevor wir die weiteren Gipfel, derer es bestimmt fünf sind, erklimmen. Im Tempel, der Kälte trotzend, so denke ich, genehmige ich mir einen kleinen Schluck Gipfel-Baijiu, den ich aus dem Tal mitgenommen habe. Also Gipfel-Schnaps statt Gipfel-Bier. Ist nicht so gut. Schmeckt erstens nicht und sorgt für zitternde Beine. Dennoch überwinden wir fast sämtliche Gipfel, immer ein paar Hundert Meter erst runter und dann wieder hochkletternd, mit Bravour.

„Runter geht immer," denke ich eigentlich und freue mich auf den Rückweg, aber tagsüber denken sich noch viel mehr Touristen, sie müssten mal hochkommen, manche in Latschen, manche noch mit Hemd, Krawatte und schicken Schuhen. Diese nur zu Boden stierenden und überall laufenden und stehenden Hindernisse plus die Tatsache, dass die Stufen bergab sehr auf die Gelenke gehen und sich der Weg bis zur Seilbahn viel weiter zieht, als gedacht, machen den Rückweg zu etwas leicht Lästigem. Mein kleiner Anflug von Ärger verpufft dann aber doch sehr schnell, als ich sehe, wie die ganzen kleinen Wegstationen mit Lebensmitteln und Getränken beliefert werden. Das läuft nicht etwa über Maultiere, Helikopter oder Magie, sondern da schnappt man sich Menschen. Derer gibt es in China ja besonders viele. Und da nimmt man nicht irgendwelche, auch nicht gleich die stärksten und jüngsten, sondern gerne mal Ältere und Gebrechliche. Derer gibt es Dank medizinischer Fortschritte ja auch immer mehr. Und da sie zu anderen Arbeiten nicht taugen, das jüngere Volk sich dieser anstrengenden Art von Arbeit entzieht und einem wegen nicht vorhandener Altersvorsorge nichts anderes übrig bleibt, quälen sich die Männer schwitzend und langsam den Berg hoch. Auf den Schultern, die nur noch aus dunkler Hornhaut bestehen, balancieren sie einen elastischen Stab an dessen Enden die Waren hängen; hier ein paar Pakete Wasser, da ein Korb Tomaten und gerne auch mal ein großer Haufen Lamm-Kadaver, der in der Sonne gerne mal die Fliegen auf sich zieht. Aber auf dem Berg möchte man doch gerne traditionelle Speisen verputzen.

Nun gut, schlussendlich ist die Seilbahn am Mittag erreicht. Im Tal findet dann Abzocke im hohen Stile statt, weil man nicht am Startpunkt rauskommt, sondern an einer anderen Seite des Berges. Und von da führt nur eine einsame und gefährliche Straße über 8 km ins Dorf und es wird einem doch empfohlen, auf einen der verhältnismäßig teuren Shuttle-Busse zurückzugreifen. Dieser führt dann aber auch noch nicht zum Startpunkt und dem Bus nach Xi'an, sondern dazu bedarf es abermals eines Taxis. Aber dem ausgelaugten und übermüdeten Bergsteiger kann man ja auch gerne den letzten Schein Geldes, den er mühsam 2000 Meter hoch und wieder runter geschleppt hat, aus den vollgeschwitzten Hosentaschen ziehen.

In Xi'an ist dann auch Hochsommer mit 35 °C und gerade die Zeit erreicht, in der man kein Taxi mehr bekommt. In einem Teehaus finden wir uns dann wieder, stinkend (also ich) und nach einem Bett sehnend. Das letztendlich nach weiteren zwei Stunden erreicht, wird ab 19 Uhr durchgeschlafen bis zum Freitag.

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