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#026: 11.04. – 13.04.: „Als Studenten auf Klassenfahrt.“

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#026: 11.04. – 13.04.: „Als Studenten auf Klassenfahrt.“

Saturday, 21 May 2011 18:11 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Nach drei Tagen Dongguan sind die nächsten drei in Shenzhen angesetzt. Shenzhen, und da zitiere ich jetzt mal eine Chinesin um niemanden unrecht zu tun, ist so geprägt: Shenzhen war ein kleines Fischerdorf, bevor ein ehemaliger Präsident es 1979 zum ersten „Open Spot" für ausländische Firmen in China deklariert hat. Der anschließende Aufstieg ist mit dem eines Bettlers zum Milliardär vergleichbar, viel Geld ohne jegliche Kultur.

Und auch wir wurden darauf hingewiesen, auf unsere Sachen aufzupassen, denn in Shenzhen würde niemand leben, dem nicht schon einmal etwas auf kriminelle Art und Weise abhanden gekommen sei. Das gelte übrigens für ganz Kanton.

Dementsprechend sollten wir auch bitte abends um elf Uhr wieder im Hotel sein und die Frauen nicht alleine rausgehen, erst recht nicht mit Taschen. Von 8 Damen kommen dann am ersten Abend aber dennoch 6 mit Täschlein zum Abendessen, was natürlich ein paar Sorgenfalten mehr auf die Stirn unserer Betreuerin wirft und als sie dann auch noch erfährt, dass die Damen anschließend ohne männliche Begleitung shoppen gehen und später ins Hotel zurückkommen, ist es wohl Zeit, die Zügel anzuziehen. Ab jetzt müssen wir jeden Abend um elf Uhr eine SMS mit dem Inhalt, dass wir im Hotel sind, schreiben. Ich schreibe jeden Abend, wenngleich der Inhalt nicht ganz der Wahrheit entspricht, bzw. ich schreibe meistens schon zwei Stunden vorher, wenn ich gerade mal im Hotel bin um mich für den weiteren Abend frischzumachen.

In Shenzhen stehen zunächst ein paar Firmenbesuche an. Zigarettenpackungsdruckereien stehen auf der Liste und die haben es definitiv drauf. China bietet nämlich den größten Zigarettenmarkt der Welt mit mehreren 100 Millionen Rauchern und da man hier auf viel BlingBling steht, sind diese Verpackungen zusammen mit Reisschnaps wohl die edelsten Verpackungen dieses Landes und die Druckereien können davon sehr gut leben. In einer dieser Druckereien findet der Boss, dass es wohl langweiliger für uns wäre, die Produktionslinien zu sehen und wir klettern zunächst lieber auf den Firmeneigenen Berg mitten auf dem Gelände, auf dem ein großer Brunnen mit buddhistischer Statue steht. Und bevor es zu ihm in die Villa zum Essen geht, ist natürlich der Besuch des Golfplatzes mit einigen Abschlagübungen, das Passieren des Pools so wie der eigenen Hühner- und Entenfarm Pflicht. Hier ist die Druckwelt definitiv noch in Ordnung!

Aber zurück zu Shenzhen und Guangdong und meinen Erfahrungen: Taxifahrer hier sind wahrlich Kleinkriminelle. Das gilt für die offiziellen Taxis, wo gerne mal der Zähler umgestellt wird, sodass die Einheiten runterrasseln, wie für die schwarzen Taxis. Hier handle ich zunächst einen Preis gut runter auf 15 RMB und will Richtung Messe, wo ich die anderen vermute. Diese sind aber ebenfalls mit dem Taxi irgendwo zum Essen hingefahren und übermitteln per Telefon die Adresse. Der Fahrer weiß bescheid, dann müsste ich aber draufzahlen. Ich willige die 20 RMB ein, woraufhin er kurz wendet, 250 Meter die Straße runterfährt und mich grinsend aufklärt, dass wir angekommen seien. Ich fluche ein bisschen und beschimpfe ihn der Schummelei, aber das weiß er ja selber. Und um der Dreistigkeit noch einen draufzusetzen, bekomme ich nur 70 RMB Wechselgeld, die anderen 10 rückt er nur widerwillig raus, nachdem ich ihm mitteile, dass er ein noch größerer Halsabschneider sei, als deutsche Taxifahrer.

Verkehr an sich ist hier auch so eine Sache. Denn was wirklich den Verkehr lenkt, sind keine Regeln oder Ampeln oder Schilder oder Polizisten, sondern es ist die eigene Hupe. Wenn es mal nicht weitergeht, dann stellt sich der Busfahrer auf die Hupe, gerne auch mal für drei Minuten, um sich dann in der vierten Minute auf die Schulter zu klopfen, denn man hätte ja wahrscheinlich viel länger gestanden, hätte er nicht gehupt. Der Verkehr nervt also sehr.

Und um auch noch einmal auf das Statement der Chinesin zurückzukommen bzgl. der Shenzhen'er Kultur: Natürlich haben die Kultur. Und zwar voll! Während alle anderen am freien Dienstag nach Hongkong rübermachen, besuche ich den Kulturpark, in dem nicht nur alle Minderheiten Chinas ausgestellt sind in ihrer „natürlichen" Umgebung (es gibt sogar Reiterkämpfe, nachgestellt), sondern auch sämtliche große Sehenswürdigkeiten Chinas in Miniaturansicht. Ich gehe soweit zu behaupten, dass ich jetzt alles von China gesehen habe und in den Sommerferien kein Geld für Reisen ausgeben muss.

Interessant, dieses Land! Und ehrlich gesagt ist der Park auch recht interessant.

Eine U-Bahn-Station weiter wäre übrigens das Window of the World, ein weiterer Miniaturenpark, in dem sämtliche Sehenswürdigkeiten der Welt ausgestellt sind. Aber so weit will ich nicht gehen. Sonst könnte ich ja quasi gleich sterben, wenn ich schon alles gesehen habe. Und das will ich auch nicht. Nicht in Shenzhen.

Und um unserer Betreuerin noch Recht zu geben mit ihrer Besorgnis: Als ich aus dem Park zurückkomme und die anderen Herren der Schöpfung in einem Restaurant antreffe, sind die Damen natürlich nicht per Telefon zu erreichen. Denn in Hongkong hat man keinen Empfang. Sie haben es also tatsächlich geschafft, so lange zu shoppen, bis die Grenze zumacht. Zum Glück finden sie einen Hongkonger Taxifahrer, der sie irgendwie schwarz rüberbringt. Haben die ein Glück, dass es noch gute Taxifahrer gibt. Auch in und um Kanton.

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