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#015: 21.03. – 24.03.: „Kennst du eigentlich chinesische Etikette?“

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#015: 21.03. – 24.03.: „Kennst du eigentlich chinesische Etikette?“

Saturday, 21 May 2011 13:17 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Frau Ai hat uns letzte Woche erklärt, was es mit der chinesischen Etikette so auf sich hat. Ziemlich viele Regeln, wenn man mich fragt. Zum Beispiel soll man doch bitte immer ein Geschenk mitbringen, wenn man eingeladen ist. Unter Freunden reicht Obst oder was anderes. Bei älteren sollte es dann aber schon mal guter Tee oder Schnaps oder im Notfall auch ne kleine Geldmitgift sein. Alles andere wäre unhöflich. Jetzt habe ich Angst, denn ich hasse es, Geschenke für jemanden zu besorgen.

Und wenn man dann kommt und da sitzt schon jemand anderes, dann sollte dieser bitte aufstehen und gehen und man muss ihn begleiten bis zur Türe. Es sei denn, dieser hat noch nicht fertig gesprochen, dann bleibt er so lange, bis ich gehe. Das würde mir ganz schön viel Druck aufheizen, als Neuankömmling, weil ich ja nun die anderen behindere. Auch ne blöde Regel.

 Nicht unangekündigt kommen kann ich hingegen verstehen, kotzt mich auch an, wenn man eigentlich was geplant hat und dann sitzt da plötzlich einer da. Hier ist es aber eher so, dass man (besonders im Sommer) total verloddert in „scheißegal"-Kleidung rumläuft. Also durchaus verständlich.

Nicht verstehen kann ich hingegen, dass unsere Bude auch einem Laufhaus gleicht und es ab und an mal unerwartet klopft. Dementsprechend nahm ich das mit den Regeln nicht so ernst.

Spätzle ruft dann heute an und sagt, ich könnte gerne das Rad haben, das wir ihm damals nach unserer Abreise hinterlassen hatten. Er zieht eh bald um und in der Navy braucht man keins. Aber gut, für meinem Bauch könnte die ein oder andere Strecke mit dem Rad nicht schaden, wir gehen es also gegen Abend holen. Dafür müssen wir zum Elternhaus seiner Freundin fahren. Rad rausholen und gut, denke ich mir, doch Spätzle weiß bestimmt schon, warum er lieber unten am Aufzug wartet und mich und seine Freundin nicht mit in die Bude begleitet. Denn dort angekommen werde ich natürlich sofort freundlich empfangen von Mutter, Vater, Bruder, Hund, Katze und Goldfischen. Bombadiert werde ich nicht nur mit den Standardfragen, sondern auch mit intimeren, Beziehungen, mein gewünschtes Heiratsalter (meine Antwort ist 40 – damit bringt man sich bei allen potenziellen Schwiegereltern gleich aus dem Rennen) und so weiter. Desweiteren muss ich noch unbedingt vom Abendessen kosten (was ich auch tu, obwohl wir kurz vorher essen waren). Und dann kommt irgendwann diese blöde Frage, die ich nach kurzem Überdenken auch lieber mit „Nein" beantworte: „Kennst du eigentlich chinesische Etikette?" Tja, da fragt sich wohl jemand, wo ich das Geschenk gelassen habe. Ich frage es mich auch und verlasse die Wohnung dann doch leicht beschämt mit der Absicht, sie nicht wieder zu betreten, auch wenn ich noch so lieb geladen wurde. Ich schätze, das hat jetzt etwas mit Gesichtsverlust zu tun. Bin ich noch gesellschaftsfähig?

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