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#014: 18.03. – 20.03.: „Die Internetzensur geht in die nächste Runde.“

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#014: 18.03. – 20.03.: „Die Internetzensur geht in die nächste Runde.“

Friday, 25 March 2011 23:20 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Leicht habe ich es hier bisher nicht. Wie ich bereits öfters verdeutlichte, steht man hier nicht so auf den leichten Weg sondern ist gewillt, diesen immer wieder mit neuen Steine zu verbauen. So ist es hier auch mit dem Internet. Es dauerte zunächst eine Ewigkeit, bis wir es mal hatten. Da bezahlt man für das ganze Jahr im Voraus und muss dann eigentlich nur noch auf den Techniker warten. Dieser kam dann aber nicht wie verabredet zwei Stunden später, oder, wie später verabredet, am nächsten Tag, oder wie daraufhin verabredet am übernächsten Tag und auch nicht, wie wiederum abgesprochen am Wochenende danach, sondern erst irgendwann, als Spätzle mit etwas deutlicheren Worten hinterhertelefonierte. Und dann kam der auch noch recht ungewaschen und riechend, aber das ist eine andere Geschichte. Die Installation erwies sich auch als etwas schwieriger, weil man dieses und jenes einstellen musste und auch noch ein Programm namens Dr.Com runterladen musste und so weiter. Und wenn der Techniker dann auch noch auf Knöpfe drückt, die er nicht versteht, weil sie auf Deutsch sind, dann blockiert die Firewall zu allem Überfluss auch gerne noch mal eben jenes Programm. Aber gut, wir haben es geschafft. Internet.

Nicht, dass man nicht auch mal ohne könnte, aber ich habe eine Leserschaft, die wartet. Da Blogspot hier nun blockiert wird, habe ich mit OpenVPN vorgesorgt. Für die Unwissenden: OpenVPN buddelt quasi kurz hinter dem Eingang des Internets einen Tunnel nach Deutschland, um von dort das Internet meiner Hochschule zu besteigen. Dadurch ist das ein wenig langsamer, aber man kann immerhin all die verbotenen Seiten wieder betreten. Cooler Trick und auch gerne von Chinesen genutzt.

Da ist man in der Regierung aber scheinbar im letzten Jahr mal hinter gekommen. Drum schnappte man sich einen Informatiker, der dieses Dr.Com schrieb. Und zur Nutzung dieses Programms sind jetzt scheinbar die Universitäten gezwungen. Dr.Com macht dann nichts anderes, als den von OpenVPN gegrabenen Tunnel binnen weniger Sekunden wieder zuzuschütten und gegebenenfalls auch mal das Internet abzuschalten. Das ist zumindest das, von dem ich bisher weiß. Vielleicht liest es auch noch andere Daten aus, das weiß ich nicht.

Aber es ist schon ein cleverer Zug, denn so hat man leicht die gebildetere Schicht unter Kontrolle gebracht, sodass nicht gerade viele etwas über Gaddafi oder sonstige Aufstände erfahren können.

Der Inga, eine Dame von der Bosch-Stiftung, die hier Chinesisch lehrt und schräg über uns wohnt, ist dieses Programm jedoch gänzlich unbekannt, da sie, wie wir herausfinden, über einen Lehrer-Account verfügt. Diesen hätten wir dann doch auch gerne, sodass ich mich mit Spätzle beim Internetanbieter wiederfand. Die Dame hatte zwar keinen großen Schimmer, was wir von ihr wollten, war aber dennoch gewillt, mir zwei Mal 150 Yuan Anschlussgebühr abzunehmen. Ohne Quittung. Nun ging das Warten auf den Techniker wieder los, was abermals ein paar Tage dauerte. Und dieser kommt dann lediglich mit der Nachricht, dass es nicht geht, bzw. es überhaupt keinen Unterschied machen würde, da eigentlich auch die Lehrer-Anschlüsse jetzt nur noch mit Dr.Com funktionieren würden und Inga wohl Glück hätte, dass sie den Account von ihrem Vorgänger übernehmen durfte.

Zumindest rückt die Dame aus dem Büro die Kohle wieder raus, die wir jetzt wahrscheinlich in einen etwas teureren WLAN-Stick investieren werden. Denn wir brauchen das VPN nicht nur für Blogs und so weiter, sondern auch für Fachliteratur, über die wir nur so zugreifen können.

Nun, der Rotz mit dem Internet ist ein Grund, warum es in letzter Zeit eher wenig von mir zu lesen gibt. Ein anderer ist, dass ich momentan einen ziemlichen Hals auf viele kleine Unzulänglichkeiten habe und befürchte, dass meine Berichterstattung in erster Linie negativ ausfällt. Aber das will ich ab jetzt ändern.

Also: Das Essen hier mundet nach wie vor sehr, ist vielfältig und täglich günstig zu erwerben. In der Hostel-Bar schenkt mir Bambi als einzigen am Tisch ein Eis, weil wir alte gute Freunde sind. Und auch Cathy klärt mich auf, dass sie mich vermisst hat und nachdem sie erfahren hatte, dass ich zurückkommen würde, ihren Job als Lehrerin hinschmiss, um wieder in der Hostel-Bar zu arbeiten und natürlich um mich zu bedienen. Sie faselt auch noch etwas von wegen, dass die Bezahlung als Lehrer viel schlechter war, aber da schwebe ich schon auf Wolke 7. Das 1+1 gibt es jetzt leider nicht mehr an altbekannter Adresse, da man sich dachte, man müsse die komplette große Oststraße umbauen, und die neue Location ist jetzt auch nicht soo spitze, zumal die Garderoben-Hexe mit umgezogen ist, dafür darf man aber in das Salsa wieder ohne Ausweis. Zudem sind wir in der großen Expats-Familie aufgenommen worden und an den Tischen der Iraner, Sudanesen, Deutschen… halt den ganzen Internationalen, gern gesehene Gäste. Und beim Fußball gewinnen wir regelmäßig und man sieht mich sogar auf meiner Außenbahn, wenngleich ich noch nicht sonderlich viel reiße.

Wenn das nicht mal großartige Nachrichten sind im Vergleich zu all den Beschwerden, die ich hier in letzter Zeit platziert habe. Beziehungsweise platzieren lassen habe. Denn ich kann das ja momentan nicht mehr.

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