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#012: 09.03. – 11.03.: „Here is not Kara OK Hall.“

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#012: 09.03. – 11.03.: „Here is not Kara OK Hall.“

Monday, 21 March 2011 20:42 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Mittwoch bedeutet für uns ab jetzt jede Woche zunächst Vorlesung auf dem neuen Campus und anschließend Essen mit den „Kleinen“ (die Bachelor-Studenten) im neuen Sichuan-Restaurant. Heute wagen Martin und ich zudem noch einen Gang durch’s Dorf. Also dem, was noch vom Dorf übriggeblieben ist. Und das ist nicht viel.

Wie schon beschrieben sieht das hier aus wie im Kriegsgebiet. Das alte Sichuan-Restaurant ist geplündert, alles zerstört und hie und da liegt ein Haufen menschlichen Kots. Häuser sind halb abgerissen, man kann in die oberen Stockwerke gucken, wo noch die Möbel an ihrem richtigen Platz stehen, mittlerweile ziemlich zugestaubt. In den Trümmern sitzen Alte, Kinder und vor allem Frauen, bewaffnet mit Spachtel oder Metallsäge, um den Mörtel von den noch heilen Backsteinen zu kloppen oder die noch verwendbaren Metallstreben zu entnehmen. Die jüngeren Männer stehen zumeist mit Zigarette daneben und achten darauf, dass die Steine geordnet auf dem kleinen LKW abgelegt werden.

Vor einem kaputten Haus sitzen drei Greise, die sich auch nicht mehr zu viel zu erzählen haben. Da sind wir ein gefundenes Fressen und etwas Smalltalk findet statt. Verbittert oder traurig ist hier allerdings schienbar niemand. So sei es dann wohl und wenn es doch dem Staate hilft. Gut, ich kann auch nichts dazu sagen, ich weiß ja nicht, wo die Bevölkerung jetzt untergekommen ist.

Aber Martin hat es schon richtig analysiert: Wenn man in einem anderen Land in einem solchen Viertel leben darf und zwei Ausländer durchlaufen, die eine Kamera im Wert eines Jahresgehalts um den Hals hängen haben, dann kommt einem bestimmt nicht als erstes die Frage in den Sinn, wie lange man von Deutschland nach Beijing fliegt, sondern viel mehr, wie viel es wohl braucht, um die beiden niederzustrecken um ihnen die Kamera zu entreißen.

Das spricht dann doch wahrlich für dieses Land, dass mir nie ein mulmiges Gefühl dabei aufkommt.

Gerne würde ich viele Fotos von arbeitenden Personen machen, leider sind wir aber dann eher der Blickfang und somit ruht man zumeist und blickt uns neugierig hinterher. In einem der Trümmerhäusern ist noch ein Kindergarten aktiv. Dieser ist gerade aus und die Kinder prügeln sich beinahe darum, wer denn jetzt im Bus vorne sitzen darf. Das kann ich dann auch gut verstehen, da der Bus nur von den Proportionen einem Bus gleicht, von den Dimensionen aber eher an einen Smart rankommt, weshalb die, die nicht zu den drei Glücklichen aufm Beifahrersitz gehören, wie in einem Tiertransport übereinander gestapelt noch gerade Platz um uns zu Winken haben.

Nachdenklich hat dieser Spaziergang gemacht, Zeit für was Angenehmeres. Im neuen Sichuan zählen wir bei unserem zweiten Besuch schon zu den Stammkunden, dem Chef liegt sehr viel an unserem Wohl. Er zeigt mir stolz den Nebenraum, den er für uns gerade einrichtet, damit wir beim nächsten Mal nicht beim gemeinen Pöbel sitzen „müssen“. Oder vielleicht will er nur den Rest vor uns verschonen?!

Zudem macht er uns das Angebot, dass wir jedes Gericht, das wir mal essen wollen, ihm nur mitteilen müssen und für das nächste Mal hätte er dann bestimmt das Rezept gefunden und man würde es uns zubereiten.

In Anbetracht dieser Gastfreundschaft wäre es fast doch wieder die Überlegung wert, bei Freiwerden einer Wohnung zurück auf den neuen Campus zu ziehen. Einen weiteren Grund dafür finden wir nämlich später, als uns noch zwei der „Kleinen“ zu uns begleiten, genauso wie Yoyo und ein Chinese, den wir auf dem Weg anquatschen. Wir amüsieren uns noch ein bisschen, bis einer einmal an der Musikanlage spielt. Prompt klopft es an der Tür und ein Nachbar von oben oder unten steht vor der Tür, guckt Martin kurz an und dreht sich wieder um, als wir die Musik wieder etwas leiser drehen. Wir konnten uns bei der Lautstärke zwar noch gut unterhalten, aber vielleicht ist er doch etwas sehr empfindlich.

Am nächsten Morgen wecke ich dann die ganze Meute, die irgendwo in unserer Wohnung pennt, mit den wohligen Klängen von Alexander Marcus. Lukas kann ein Lied davon singen, wie schön es ist, mit „Guten Morgen, es ist ein schöner Tag…“ geweckt zu werden. Sieht unser Nachbar nicht und er klopft wieder. Ich bin da bereits unter der Dusche und träller den Text mit, bis die Musik wieder verstumpft. Der gute Nachbar sagt wieder nichts, sondern dreht sich abermals wortlos wieder um.

Wir denken uns somit nichts weiter dabei und gehen zum Unterricht der guten Frau Ai. Was habe ich sie vermisst! Mit ihr haben wir Chinesisch im Deutschclub auf dem alten Campus. Hier hängt noch die Weihnachtsdeko von vor vier Jahren und leider hatte man beim letzten Besuch, der liegt schon einige Monate zurück, vergessen, das Fenster zu schließen. Die Staubschicht ist also noch einmal dicker, als in unserer Wohnung und wir haben nur zwei Lappen und einen Wischmob als Mittel, um den ganzen Rotz aufzuwischen. Frau Ai hilft uns dabei und ist auch ein wenig schockiert, aber so ist das eben. Sauber ist dann auch was anderes, aber es reicht für die Vorlesung.

Anschließend klebt bei Rückkehr in unsere Wohnung ein Zettel an der Tür, ausgedruckt, mit den Worten „Don’t Disturb Other Persons Rest, Please. Here is not Kara OK Hall.“

Da ist wohl jemand ziemlich angepisst von unserer Musik oder meinen Gesang unter der Dusche. Unmittelbare Nachbarn, die Barbara aus England und Inga aus Deutschland haben uns zwar noch nie gehört, aber vielleicht sind sie auch nur gut durch den Baustellenlärm abgestumpft der von hier Aufgewachsenen nicht als Lärm wahrgenommen wird.

Über den Tag hinweg kommen dann noch Anrufe sowohl von der Betreuerin als auch vom Auslandsamt-Mitarbeiter, dass man da vielleicht nicht so laut sein sollte. Was habe ich diese Anrufe vermisst! Wir versprechen natürlich Besserung, haben aber bereits eine Krawatte bis sonstwo. Eine gesunde Nachbarschaft beginnt bei mir nämlich nicht mit Petzen oder Zettel-Mitteilungen.

Vielleicht befestigen wir aber auch einfach noch ein Schild unten vor der Haustür mit den Worten „Kara OK Hall: 4. Stock“
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