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#008: 28.02 – 01.03: „Nichtskönner, originale Nichtskönner!“

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#008: 28.02 – 01.03: „Nichtskönner, originale Nichtskönner!“

Friday, 04 March 2011 16:59 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Der Wecker klingelt um halb sieben viel zu früh. Bereits eine halbe Stunde später sind wir fertig und haben noch eineinhalb Stunden für die Fahrt zum neuen Campus, wo der Uni-Shuttle-Bus wartet, der garantiert auch die Fahrt von hier aus angetreten ist. Wir vergeuden noch eine Dreiviertelstunde, um dann mit dem Linienbus eine ebenso lange Fahrt anzutreten. Man bedenke, dass ich den selben Weg mit dem Fahrrad früher in zehn Minuten abgerissen habe. Fazit: Wir kommen leicht zu spät und lassen den Auslandsamt-Typen im Regen warten. Ja, Regen. Heute ist es ganz und gar nicht schön, es regnet, ist kalt und dreckig, überall und es passt somit zu unserer Startzeit in Xi’an.
Der Shuttle-Busfahrer hat es mit dem Weg nicht so drauf, fährt mal so, mal so, um dann nach einer halben Ewigkeit erst bei der großen Wildganzpagode anzukommen, die mit einmal links abbiegen nach fünf Minuten hätte erreicht sein können. Fazit ist, dass beim Arzt keine Termine frei sind. Keine bis auf einen, nämlich für mich. Ich werde bevorzugt, weil man anscheinend bei einem Drei-Monatsvisum nur einen Monat Zeit hat, dieses auf ein Jahr zu verlängern. Und wer mich eifrig verfolgt hat hier, der weiß, dass ich schon zweieinhalb Wochen dieses Monats in Shanghai verhartzt habe.
Natürlich wird mein in Deutschland teuer erworbenes Gesundheitszeugnis nicht anerkannt. Und natürlich hat der Typ vom Auslandsamt keinen Plan von dem, was ich machen muss. Also wird zunächst ein Bogen halb ausgefüllt. Nein, den anderen Teil müsste ich nicht ausfüllen, wird mir geantwortet. Und nein, ich müsste das nicht erst am Schalter abgeben, an dem „Check“ steht, sondern mich gleich in die lange Schlange anstellen. Und da er natürlich keine Lust hat, mich weiter zu begleiten, steh ich alleine in der Schlange. Eine Stunde lang. Am Schalter für „Pay“ werde ich nur komisch angeschaut und gefragt, warum ich erstens den Zettel schon oder noch hätte und zweitens ohne Stempel diesdas. Daraufhin lacht die Dame am leeren Schalter von „Check“: „Der LaoWai hat sich falsch angestellt!“
Natürlich glaubt man mir nicht, dass der Lehrer Schuld sei, man begünstigt mich aber und schiebt mein Formular mit ein. Ich dürfte mir aber ja nicht einbilden, dass die jetzt noch meine Röntgenaufnahme oder den Rest des Zeugnisses irgendwie anerkennen würden. Und überhaupt: Warum habe ich den Teil (den ich zuvor beim Prof hinterfragt hatte) nicht ausgefüllt? Selbstredend ist das sehr wichtig.
Und dann geht der Spaß los. Nach Bezahlung der beachtlichen Summe von 392 RMB wird mir zunächst Blut abgezapft. Dazu lege man seinen Arm in eine Durchreiche, bekommt diesen mit einem Gummischlauch abgeschnürt und in Metzgermanier wird dann die Nadel reingerammt. Recht kompromiss- aber auch schmerzlos passiert das und man blutet auch anschließend nicht viel nach.
Im dritten Stock streite ich dann zunächst mit der Dame vom EKG, dass sie sich meine Werte doch angucken könnte, die wären recht frisch. Aber EKG ist ja auch beruhigend, also werde ich noch einmal angestöpselt. Und dem Arzt von der Röntgenzentrale knalle ich mein Röntgenbild auf den Tisch. „Was hier nicht gemacht wurde, glaube ich nicht,“ ist nur sein humorloser Kommentar dazu. Ich will ihn noch erklären, dass der Herr Röntgen nicht 王红 mit Vornamen hieß, sondern Konrad und man dementsprechend der Technik in meinem Heimatland vertrauen könnte, aber das ist ihm scheißegal. Ich werde an die Wand gestellt, bekomme keinen Lendenschurz und dann ist das Röntgenbild auch schon im Kasten und ausgedruckt. Sonderlich betrachten tut der Arzt es dann nicht, warum auch?
Nun ist eigentlich all das abgehakt, was man laut offiziellen Botschafts-Gesundheitszeugnissen durchchecken lassen sollte. Aber wenn man hier schon dabei ist, bekommt man noch eine kostenlose Ultraschall-Untersuchung sowie einen Sehtest mit. Beim ersten fühl ich mich wie ein Schwangerer, beim zweiten wird meine schlechte Laune zumindest etwas aufgehellt, als man mir sagt, dass sowohl mein Chinesisch als auch meine Augen sehr gut sind. Und das, obwohl zunächst Verwirrung herrscht, als ich ihr die ganze Reihe von Zahlen runterratter und nicht nur die eine nenne, auf die sie zeigt.
Den Rotz namens Gesundheitszeugnis gebe ich dann ab und bekomme einen kleinen Zettel auf dem steht, dass ich wohl Donnerstag das offiziell abgesegnete Zeugnis abholen kann. Trifft sich gut, denn dann sind Martin und die zehn Bachelorstudenten da und können es entgegennehmen.
Doch nach dem Arzt ist noch nicht Schluss mit für mich mit dem für mich lächerlichen Beamten-Mist, ich muss noch zur Polizei und mich anmelden. Hätte ich auch schon in Shanghai gemusst, aber da fehlte mir stark die Lust zu. Bei dieser angekommen betrete ich den Laden und sage: „Hallo, ich bin LaoWai und ich bin gerade angekommen.“ Ich sage absichtlich nicht mehr, um zu schauen, wie es mit ihrer Kombinationsfähigkeit aussieht. Es wird sich kurz beraten, dann begleitet man mich zum Büro des offiziellen Gäste-Empfängers. Der öffnet nur widerwillig und nach einigem Klopfen und es ist recht mystisch, als er die Tür öffnet und mir erst eine Menge Rauch entgegenkommt, bevor er mit halb geöffnetem Hemd und grimmiger Visage zu Vorschein kommt. Was ich wolle, werde ich gefragt, nicht gerade freundlich. Und wo dann mein Lehrer sei. Mit der universellen Ausrede „er ist beschäftigt“ befriedige ich ihn nicht wie gewünscht, sondern bekomme nur zu hören: „Geh!“
Und ich leiste Folge.
Meine Laune ist sehr im Keller, der Regen, die kalte Luft und der Mangel an Taxis in dieser Region Xi’ans tragen nicht gerade zur Aufhellung bei und ich frage mich, warum ich mir das Ganze eigentlich schon wieder antue. Bisher besteht mein noch junger Xi’an-Aufenthalt aus einer Menge Frustrationen.
Der Tag wendet sich aber doch noch zum Guten, die erste Vorlesung ist verständlich, sowohl inhaltlich als auch zum großen Teil sprachlich und anschließend gibt es ein Wiedertreffen mit Yoyo in einem Fleisch-Spieß-Restaurant.
Der nächste Tag besteht dann aus einem Treffen mit den Herren und Damen Institutsleiter und Professoren zwecks weiterer Stundenplangestaltung und Projektthemen. Diese sollen wir so schnell wie möglich raussuchen, am besten im Internet. Das ist dann leichter gesagt, als getan, denn Internet muss natürlich erst noch beantragt werden. Das ist der nächste Schritt und auch hier gibt es wieder Hindernisse, gibt es doch für die verschiedenen Bereiche vom Campus verschiedene zuständige Stellen und überhaupt würde das noch ein paar Tage dauern. Und auch die nächste Vorlesung ist nicht gerade angenehm, der Prof, ein ganz junger Kauz, steht nur grinsend vorne und erklärt, dass er nur Vertretungsprof ist und gar nicht so recht wüsste, wie er uns was beibringen sollte und es wäre ihm dementsprechend auch recht egal, ob wir kämen oder nicht, seinetwegen könnten wir auch in Eigenregie die Bücher lesen. Also das sagt er zu den Chinesen, um dann beizufügen: „Und den Ausländern kann das ganze sowieso egal sein, weil sie überhaupt nichts verstehen.“ Doch wir verstehen. Und somit ist dieser Herr in unserer Gunst ganz weit nach unten gerutscht, wir werden uns jetzt ordentlich vorbereiten, um ihn mit komplexen Fachfragen zu bombadieren.
Der Erfolg des heutigen Dienstags besteht darin, dass wir unsere Sofas aus der Folie entpacken und ich mein Bett aufbaue. Somit kehrt ein wenig Lebensqualität in die Bude.
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Michael Kors wallet     |211.192.30.xxx |2014-10-07 11:10:31
he Fremont House, Kendrick��s hotel was near the Michigan Street Depot.
In those days when Chicago had barely 300,000 inhabitants, it was
an hotel of the second class. Mr. Kendrick had told me that Ms uncle,
a Mr. Cotton really owned the House, but left him the chief share in
the management, adding ��What uncle says, goes always.�� In
the course of time, I understood the nephew��s loyalty; for Mr. Cotton
was really kindly and an able man of business. My duties as
night-clerk were simple; from eight at night till six in the morning, I was
master in the office and had to apportion bedrooms to the incoming
guests and give bills and collect the monies due from the outgoing public.
I set myself at once to learn the good and bad points of the hundred
odd bedrooms in the house and the arrival and departure times of all the
night tr...
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