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China #2.3-7

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China #2.3-7

Saturday, 21 August 2010 06:07 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Samstag, 21. August 2010

China #2.7 Beton anrühren.

Die erste Packung Tabletten ist irgendwo in den unendlichen Weiten meines Körpers oder letztendlich doch in Kabine 3 verschwunden. Was neues muss her. Was stärkeres. Denn so ist das ja kein Leben. Heute ist der dritte Tag in Folge, an dem ich schwach und matt ans Klo gefesselt bin. Man möge sich mal ausmalen, ich bliebe nur eine oder zwei Wochen und nicht sechs. Das wäre wahrlich Gift.
Den Weg zur Apotheke schaffe ich ohne Zwischenfälle. Ich krieg es sogar auf die Reihe, Bananen zu kaufen. Und es scheint auch zu klappen. Mein Darm verschließt vorerst, im Magen wird Beton angerührt. Prima.
Dann meldet sich der gute alte Jie Hu, den ich vor einem Jahr schon mal in Hangzhou besucht habe. Er ist bei Kunden in Shanghai. Kunden, die ich auch nächste Woche besuchen werde. Und heute Abend hat er frei. Es wäre Zeit, einer gewissen Tradition zu frönen, nämlich der des Bieres. Ich erkläre ihm meinen jämmerlichen Zustand. Dann erstmal frische Luft. Spaziergang. Sagt er. Machen wir dann auch. Ich kriege etwas Essen, dann weiter Spaziergang. Und irgendwann sind wir dann so weit gelaufen, dass wir auch eigentlich gleich irgendwo einkehren könnten. Aber ich will nicht.
Wir sitzen kurz darauf in der Windows Sportsbar-Disko. Mein ehrenwerter Bruder und Toni G. werden sich wohl noch an diese Lokalität erinnern, habe ich sie doch damals an unserem zweiten gemeinsamen Abend einfach dort alleine zurückgelassen, ohne dass sie genau wussten, wie sie unser Hotel finden sollten.
Aber ich trinke nichts.
Kurz darauf stehen zwei Einbecker Dunkel vor uns. Kalt. Und mit Kohlensäure. Wie sich das ein geschundener Magen so wünscht. Dieser geschundene Magen ist aber kein Magen mehr sondern mutiert immer mehr zum Betonmischer. So sehr rotiert er und wirbelt sein Inneres hin und her. Luft ist eingeschlossen und findet keinen Ausweg. Es sind wahre Qualen, die ich durchlebe.
Aber nur am Anfang des Bieres. Es wird besser und mit dem letzten Tropfen ist es dann ganz gut. Aber noch eins trink ich nicht.
Trink ich doch. Und das Dilemma nimmt wieder Fahrt auf. Das ändert sich auch nicht beim letzten Absacker-Cocktail. Früh geht es heim. Mit Taxi. Denn Schritte kann ich kaum noch tun ohne mich zu krümmen.
In Kabine 3 stell ich mit Erleichterung und Verzweiflung fest, dass ich tatsächlich Beton angerüht zu haben schein. Da hilft jetzt nur noch Beten, dass die Nacht was bringt.

China #2.6 Einmal bitte Kabine 3 freihalten.

Heute ist Mittwoch, ich bin schon drei Tage hier, ich sollte mal mit dem Anfangen, weshalb ich gekommen bin, nämlich an meiner Thesis arbeiten. Den Tag habe ich auch schon freigehalten, den Arbeitsablauf im Kopfe festgemacht. Als Büro soll die Bar auf der Dachterrasse dienen, in der man neben Internet auch eine wunderbare Sicht über den Bund aufs Pudong-Viertel vorfindet.
Wird nix draus. Der heutige Tag steht genauso wie der morgige im Zeichen des Laduzi. Als Laduzi bezeichnet man die Fehlfunktion des Körpers, wenn der Darm denkt, er spiele heute mal Blase. Und zwar eine Frauenblase, was Häufigkeit und Geschwindigkeit der Verdauung angeht. Nix bleibt drin. Und somit fülle ich auch erst mal bis zum Abend nichts nach. Das liegt daran, dass ich taktisch vorgehen muss: Ich darf mich nicht zu weit von einem westlichen Klo wegbewegen, denn aufgrund meines Knieschadens oder motorischer Unfähigkeit kommt ein östliches Hockloch nicht in Frage. Und ich darf mich möglichst keinen Klimaumschwüngen aussetzen, was aber nicht möglich ist, da ich ja dauerhaft in meiner kühlen Koje hocke und kaum raus kann, um Nahrung zu beschaffen. So soll für die nächsten zwei Tage das Bett oder aber Kabine 3, die bei jedem meiner 17 Besuche frei ist, Ort des bevorzugten Aufenthalts bleiben.
Am Donnerstagabend geht es dann endlich besser. Nahrung ist verzehrt und für die Thesis ist auch schon was geschafft. Mit etwas Glück lässt sich morgen auch wieder mit Genuss etwas essen und trinken und endlich auch das Büro nach Feierabend auf ein Bierchen aufsuchen.

Ps.: Kurz vor Fertigstellung dieses Beitrags wird Kabine 3 ein 18. Mal beehrt.

China #2.5 Fälscherbasar.

Heute schaffen wir es dann auch auf den Fälscherbasar. Pünktlich. Trotz plötzlichen Platzregens und Gewitters, der den Weg zur U-Bahn unmöglich macht. Bei jedem Donner erschreckt sich dabei ein Moped so sehr, dass der Alarm ausgelöst wird. Der jeweilige Besitzer ist natürlich nicht vor Ort und so ist jede Straße voll mit Regenmassen, Blitzen, Donnern und Alarmgeheule.
Der Fälscherbasar ist recht leergefegt, weshalb ich zunächst hoffe, dass man hier noch verzweifelter und zum Verkaufen gezwungen ist, als ich von den Basaren in Beijing gewohnt bin. Ist man aber nicht. Mit meinen Drohungen, weiter zu laufen und woanders zu kaufen, wenn der Preis nicht niedriger wird, komme ich nicht weit. Dann soll ich halt gehen. Letztendlich ist meine Ausbeute nicht so hoch. Aber das nötigste habe ich. Und recht günstig, also eigentlich spottbillig ist es auch. Weiß nicht, warum ich immer auf noch tiefere Preise bestehe. Ist eher Sport als Shoppen für mich.
Anschließend gibt’s zum Abend Fisch in scharfer Soße. Geht, bis ich einschlafe, auch fast gut!

China #2.4 Club-Abzocke.

Die Nacht im 4-Sterne-Zimmer ist vorbei, heute gilt es den Tatsachen ins Auge zu blicken und ins 8-Bett-Zimmer des Captain’s Hostel umzuziehen. Das hab ich zumindest vorher schon buchen können. Hier bleib ich vier Nächte, darf dann umziehen, weil Freitag alles ausgebucht ist und dann am Samstag wieder einziehen.
Meinem Vorsatz, möglichst nicht zu viel Geld zu verschwenden, setze ich erstmalig in die Tat um und fahre mit der U-Bahn dahin. Blöder Vorsatz. Ich bin schon wieder nassgeschwitzt, bis die U-Bahn erreicht ist, dann wird es zunächst kühl. Dann passt der Koffer nicht wirklich durch die Schranke beim Einlass. Dann müssen wir dreimal umsteigen, was mit viel Wandern verbunden ist. Dann geht’s raus und der Weg von der U-Bahn zum Hostel ist noch länger. Taxi wär um einiges unkomplizierter und nicht einmal fünfmal so teuer!
Anschließend will ich zum Fälscherbasar und um Kleidung handeln. Hab ja extra nur das nötigste mitgenommen, um dann hier so viel wie möglich günstig zu erwerben. Trotz Beschränkung auf vier T-Shirts und dem nötigsten an Hosen hatte mein Koffer allerdings schon bei der Gepäckaufgabe 20,5 kg auf der Waage. 9,5 kg stehen noch bereit. Eigentlich weiß ich auch, wo der Basar ist. Aber nur eigentlich. In Wahrheit finde ich ihn nicht. Oder er ist verschwunden, wegen der Expo oder so. In einem Jahr passiert hier ja viel. Nach einer langen Odyssee schlägt Mini vor, zu einem anderen Markt zu fahren. Der hat dann schon geschlossen. Verschenkter Nachmittag.
Zumindest bekomme ich eine Telefon-Karte. Funktioniert zunächst aber mitnichten. Ich verfluche Vodafone. Ziehen mir auf Dauer das Geld aus der Tasche und lassen mich jetzt scheinbar in China nicht mal ne einheimische Karte benutzen. Ich schiebe Hasstiraden und laber Mini damit voll. Es stellt sich später heraus, dass ich die Karte falsch eingelegt habe. Dabei ist das mit der abgeknickten Kante doch scheinbar so einfach. Wer dennoch mal was über Vodafone hören will, der darf sich gerne bei mir melden!
Unterdessen liefen schon die Abendplanungen und irgendwelche Freunde Minis meinen, im Muse 2 ginge es ab. Sie warnt mich vor, dass es dann immer so abläuft, dass die männlichen Teilnehmer eine gewisse Summe Geldes in einen Topf schmeißen würden, davon gäbe es dann Getränke und Plätze für den ganzen Abend. Klappt vielleicht in der Theorie. Aber nicht, wenn der, dem ich das Geld gebe, schon sehr dubios wirkt und das Geld lieber in die schmutzige Kleidung stecken sollte, mit der er woanders wohl eher nicht einen solchen eher gehobenen Club kommt. Letztendlich bekomme ich zwei Gläser Mischungen. Und die auch nur während eines Würfelspiels in dem der Verlierer trinken muss. Anschließend heißt es, wir würden noch ins KTV gehen. Dafür müsste man aber nochmal was in den Pott schmeißen. Mini und ich lehnen das Angebot dankend ab. Ihr ist das alles etwas peinlich. Aber ich winke ab. Schwamm drüber.
Für so was spar ich ja extra beim Bahnfahren.

China #2.3 Schimmeln.

Nach drei Stunden ist meine Frist im Netz abgelaufen. Ich könnte verlängern. Hat mich aber immerhin schon fast nen Euro gekostet und ich will doch duschen. Und schlafen. Also gehen wir raus auf die Straße. Es ist hell und nach dem ersten Eindruck her weniger heiß und stickig als in der Nacht zuvor.
Wir klappern weitere fünf Hotels ab und kommen dem ganzen schon näher. Immerhin gibt es jetzt schon welche, die mich aufnehmen würden, wenn sie ein Zimmer frei hätten. Dann endlich finden wir eins. Zwar ist noch kein Raum frei, aber bis halb neun sollte sich das erledigt haben. Wir bekommen auch irgendwie einen Rabatt von 25 %. Wahrscheinlich wegen Schönheit. Oder wegen Mitleid, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass ich noch ansehnlich aussehe. Trotz erstgenannter natürlicher Schönheit. Wir sitzen bis halb neun auf der braunen Lederimitat-Couch im Foyer und auch noch bis halb zehn. Dann werden wir endlich herbeigewinkt zur Schlüsselübergabe. Das Aufstehen erweist sich als schwierig. Denn durch verschiedene Lüfte und Klimata muss sich mein Schweiß und was sonst noch so auf meiner Haut vorhanden war in eine Säure gewandelt haben. Zumindest bleibe ich zunächst kleben und ziehe dann einen großen Teil der obersten Schicht des Lederimitats ab. Die Couch steht im Schatten, da sieht man das nicht. Aber mein Shirt ist dahin. Macht aber nichts. War ja sowieso ein günstiges China-Produkt und kann nun, wie geplant, durch ein neues ersetzt werden.
Die Dusche ist eine Wohltat, das Bett anschließend auch. Zunächst bis zum Abend, als der Hunger ruft. Endlich wieder verschiedene Speisen zu Reis und dazu eine leckere Erbsen-Limonade. Dann wird ein wenig am People’s Square geschimmelt bevor es wieder ins Hotel geht.
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