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Schnee

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Schnee

Saturday, 14 November 2009 10:00 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Tag 258: Schnee!
Letzte Chinesisch-Vorlesung überhaupt in unserem Leben. Wahrscheinlicherweise zumindest. Ein schwerer Gang ist es, den wir da antreten. Und ein gefährlicher. Da es nämlich heute schweinekalt ist, der fallende Regen sich zu Hagel wandelt und man beim Bau des Campus gedacht hat, mittels glatter Folie auf normalen Steinen Marmor zu imitieren sei cool, ist es verdammt rutschig. Diese Erkenntnis kommt Hanna zu spät und zack liegt sie auf dem Boden, alle Viere von sich gestreckt.
Sie hat aber alle Zeit, sich umzuziehen, denn heute bleibt leider ein Vokabeltest aus. Dabei war ich verdammt gut vorbereitet!
Am Nachmittag steht die Prüfung in Sachen lichtbempfindlicher Materialien an. Kein schönes Fach. Und keine schönen Bedingungen, eine Prüfung zu schreiben. Denn sie findet im Deutschclub auf dem alten Campus statt. Und dieser rühmt sich damit, total verstaubt zu sein (wie eigentlich auch viele Professoren-Büros... da scheint jeder für seinen eigenen Raum zuständig zu sein) und eine schöne Front einfach verglaster Fenster zu besitzen. Zudem funktioniert die Heizung nicht.
Zunächst ist das kein Problem, die Temperaturen gehen noch und zur Not kann man sich ja eine Jacke anziehen. Zudem lass ich meine Mütze gleich auf dem Kopf und denke, dass sich meine mitgebrachten schweren Wanderstiefel zum ersten Mal bewehrt machen.
Aber während wir da so versuchen, in unseren Skripten die Antworten auf die Fragen zu finden, was zu 50 % auch gelingt (zum Bestehen braucht man aber 60 %), ergreift so langsam eine Eiseskälte unsere sich nicht bewegenden Körper. Und da soll man sich konzentrieren? Mit voller Absicht trinke ich mehr als gewöhnlich, da ich dann auf's Klo gehen kann. Die Bewegung hilft ein wenig und vor allem die Tatsache, dass aufm Klo alle Fenster voll offen stehen, sodass es dort noch viel kälter ist und einem anschließend das Gefühl vermittelt, dass der Deutschclub eine Sauna ist.
Es hilft alles bedingt. Die normalen Fragen habe ich ausgefüllt, bei den Lückentexten und Multiple-Choice-Aufgaben habe ich aber keinen Bock mehr. Hier gibt jede kleine Lücke nämlich nur minimale Punktzahl, sodass sich das Übersetzen nicht zu lohnen scheint. Zudem sind meine Zeichen wegen des Zitterns der Hand unleserlich. Und ich seh es nicht ein, unter diesen Bedingungen auch noch die letzte Energie aus meinem schwachen Körper zu holen und in diese Lücken zu stecken. Außerdem will Jojo das eigentlich machen und per SMS rüberschicken. Es kommt aber nichts.
Also fülle ich sie zwar aus, aber nur mit den Zeichen für Bier oder Kälte. Und ich schreibe meine Klagen auf. Vielleicht erhalte ich Mitleidspunkte.
Und dann sind drei Stunden Martyrium auch schon vorbei. Eigentlich sollten wir uns freuen, aus dem kalten Raum zu kommen, aber draußen ist es noch kälter, es regnet und der Deutschclub ist in der hintersten Ecke des Campus, wir müssen ihn erst ganz überqueren. Und dann in den Bus? Nö, es geht ins S.i.T.-Café zu Pasta und heißen Tee. Hier hellt sich nicht nur unsere Laune auf, sondern wir beobachten, dass auch das Wetter schöner wird. Der Regen besteht jetzt aus dicken Schneeflocken und als wir zwei Stunden später rausgehen, ist alles in ein schönes Weiß getaucht. Und der Schnee bappt. Herrlich.
Und trotzdem auf den Straßen jetzt das Chaos tobt, da viele Autos nicht mal Sommerreifen besitzen, sondern einfach nur einen profilarmen Gummiüberzug an den Reifen haben und eigentlich schon ein Regenfall reicht, um für viele Unfälle zu sorgen, setzen wir uns in ein Taxi und fahren zu Bambi, auf die bestandene Prüfung anstoßen.
Wir bringen Bambi ein Geschenk mit, einen selbstgebauten Schneemann. Dieser erhält einen Ehrenplatz auf den Theke. Bambi ist auch sehr erfreut und überreicht uns Gutscheine im Wert von 200 Yuan für eine andere Bar. Drei Stück an der Zahl. Und wofür das ganze? Für unsere Halloween-Kostüme. Thomas, Cathrin und ich haben (scheinbar in Abwesenheit) die vordersten Plätze belegt. Die 50 Yuan Ausleihgebühr für das Kostüm machen sich immer mehr bewehrt, haben wir doch schon 96 Flaschen Freibier erhalten und jetzt noch einmal welches (ich nehme an, dass wir darein investieren) im Wert von 600 Yuan.
Der Heimweg dauert länger als sonst. Das liegt zum einen daran, dass der Taxi-Fahrer Slalom fallen muss, da neben viel Schnee auch viele Äste und Bäume runtergekommen sind und hier und da ein Autowrack liegt, dass den kleinsten Hügel nicht mehr hochrutschen konnte und zum anderen daran, dass Männer gerne mit Schnee spielen. Männer formen ihn gerne zu Bällen und bewerfen damit andere Menschen. Und wenn um drei Uhr desnachts keine anderen Menschen auf dem Campus sind, dann wirft man auf das nächstliegende, nämlich die Fenster der Frauenwohnheime. Mit Erfolg. Eines öffnet sich und wir werden angemeckert. Die Kommilitonin macht aber leider den Fehler und öffnet auch das Fliegengitter, während sich noch Bälle im Anflug befinden. Ihr Gemecker verstummt durch den Schnee in ihrem Gesicht nicht wirklich.
Schnee ist schon was schönes!
Eingestellt von oeRque um 07:47 0 Kommentare


Tag 257: Späte Entdeckungen.
Nadine sitzt als einzige in der einzigen Vorlesung, die wir heute haben. Tapfere kleine Nadine. Der Rest nimmt die Aussage "Ich muss lernen!" als Vorwand, etwas länger im Bett zu bleiben. Und ich bin natürlich immer noch krank.
Dadurch ist mir ein wenig die Motivation genommen, etwas in meinem Kopf zu bewegen, also bewege ich erstmal was in meinem Zimmer und zwar den Blätterhaufen unserer Vorgänger im Regal, bedeckt unter einer Staubschicht, da noch nie wirklich angerührt (und auf Papier kann man ja nicht mit einem feuchten Lappen Staub wischen). Und was finde ich da? Den Fragen-Katalog, der dem unseren gleicht. Beantwortet und übersetzt. Langsam machen die ganzen Zeichen, die wir sonst Vorlesung für Vorlesung abgepinselt haben (ja, der Professor ging davon aus, dass wir alles lernen, indem wir es kopieren), einen Sinn und der ganze Aufwand, den ich mir vorher im Kopfe ausgemalt habe, bleibt aus, das müsste theoretisch reichen, da wir auch morgen wieder alles mit in die Prüfung mitnehmen dürfen.
Und dieses Skript und mein neu erworbenes Wissen sollten da reichen.
Eingestellt von oeRque um 07:39 0 Kommentare

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