Joom!Fish config error: Default language is inactive!
 
Please check configuration, try to use first active language

Tag 245 bis 247: Halloween-Special.

Attention: open in a new window. PDFPrintE-mail

Tag 245 bis 247: Halloween-Special.

Monday, 02 November 2009 04:11 | Last Updated (Monday, 02 November 2009 04:45)

There are no translations available.

Tag 247: Es ist Halloween. -II-

Um halb zwei schlage ich die Augen auf und blicke auf die Uhr. Jetzt muss es schnell gehen, der Prof ist bestimmt nicht begeistert, wenn wir in einer halben Stunde nicht in seinem Büro sind. Uns ist das Wasser ausgegangen. Ich habe aber Durst. Der Brand. Im Kühlschrank ist noch Bier, das Cathrin aus dem Ai Shang mitgehen lassen hat. Hilft ja nichts. Die Dehydration muss verhindert werden. Ich kippe es in einem Zug. Hilft aber nichts, die Vorlesung bringt nicht gerade das mit, was man als spannend bezeichnen kann.
Und dann ist es schon wieder Abend. Und um sieben Uhr müssen wir eigentlich in einem leerstehendem Gebäude auf dem Campus sein, weil hier die Feier des Jahrhunderts stattfinden soll. Eigentlich sollen wir Musik mitbringen. Und einen kurzen Gruselfilm. Und Arne soll einen Vortrag halten. Über Halloween. Nö. Machen wir nicht. Und warum nicht? Weil wir keine Zeit haben. Wir müssen uns ja wieder schminken und heute soll es etwas ausgefallener sein.
Ich bilde um halb acht die Vorhut und gehe alleine los. Ein aufgeregter Deutschclub-Leiter erwartet mich schon sehnsüchtig. Wir sind Ehrengast, das Highlight des Abends. Und ehe ich mich verseh steh ich auch schon auf der Bühne, mit dem Mikro in der Hand und bekomme das Zeichen, jetzt Action zu machen. Manchmal kotzt mich die chinesische Spontanität und Nichtweitergabe von Informationen ein wenig an. Denn spontan und auf Druck geht gar nichts. Ich bringe gerade mal ein "你好" raus. Aber da kocht schon die Menge. Und dann bin ich auch schon erlöst. Es folgt eine halbe Stunde Fotoshooting. Ich hasse Mobilfunktelefone mit Kameras dafür. Anschließend geht es weiter im straff durchgeplanten Abendprogramm. Ich glaube, wenn den Leuten hier nicht gesagt wird, was sie machen müssen, gehen die ein. Man kann sie nicht einfach in einem Partyraum platzieren und sich selbst überlassen. Deshalb ist der Deutschclub-Leiter auch ein wenig verzweifelt, als wir ihm beibringen, dass Arne garantiert keine Präsentation halten wird. Ist schließlich eine Party. Und Filme haben wir auch nicht gefunden. Und nein, auch keine Musik. Aber immerhin ein Party-Spiel. Und uns. Geschminkt und verkleidet. Muss reichen.
Die Party ist dann um zehn Uhr beendet. Kurz zuvor verlieren wir unsere Bierstaffel. Eine Schande. Also verkriechen wir uns schnell in die Hostel-Bar. Hilft ja nichts.
Auf dem Weg dahin haben wir sehr viel Spaß, ahnungslose Passanten zu erschrecken, indem wir uns langsam anschleichen und hinter ihnen stehen bleiben, sehr dicht. Oder indem wir laut schreiend vor sie springen. Von Halloween haben hier die Leute, die Bars fernbleiben, nicht die geringste Ahnung. Erwähnenswert ist, dass die Männer der Schöpfung lauter schreien und schneller das Weite suchen, als die Damen. Treffen wir auf ein Paar, so ist es stets der Fall, dass die Dame nach drei Metern anhält und sich beruhigt, während der Mann schon dreißig Meter weiter gesprintet ist. Ohne seine bessere Hälfte.
In der Bar passiert hingegen nichts erwähnenswertes. Dafür ruft der DJ aus dem Ai Shang oft an. Er verspricht Freibier. Ich bin ja so käuflich.
Dort erkennt man uns natürlich sofort. Und ich darf heute auch direkt rein, trage wegen des kalten Wetters heute keine Flip Flops. Sobald wir den Laden betreten, stehen auch schon zwei Service-Kräfte hinter uns, bepackt mit zwei Koffern Bier. Zwei große. À 24 Flaschen. Das nenn ich mal Freibier. Bei der Ersparnis (48 Flaschen x 15 Yuan ergeben 720 Yuan) könnte ich mir glatt das Kostüm noch kaufen und öfters losziehen, da werde ich fast noch reich. Aber auch die Rechnung der Betreiber geht auf: Denn ich nutze kaum etwas von unserem Freibier (dafür aber die zehn anderen), denn ich werde von Tisch zu Tisch gezerrt und muss überall eine Runde mittrinken. Und diese Leute müssen investieren dann ja quasi anstatt meiner.
Zunächst kriegen wir einen Tisch etwas weiter Abseits, aber nach einem kurzen Klogang meinerseits finde ich unseren Bier-Vorrat in bester Lage wieder. Da hat der DJ wohl ein paar Einheimische verscheucht. Ist mir aber egal.
Wir bedanken uns wieder mit heißen Tänzen.
Der Abend könnte perfekt sein, aber ein Tropfen Wehmut bleibt: Meinen Hahn finde ich nicht wieder.








Sonntag, 1. November 2009

Tag 246: Es ist Halloween. -I-

Morgen ist Halloween und wir sind gleich auf fünf Partys eingeladen. Weil auch in China der Trend des amerikanischen Feiertags überschwappt ist und jede Bar unbedingt eine Party schmeißen muss. Und selbst auf dem Campus soll was stattfinden. Und gut, dann folgen wir auch mal dem Trend und machen uns heute auf die Suche nach Kostümen.
Viel haben sie nicht anzubieten in den Kostümläden, das meiste sind bunte Outfits, haben aber nichts mit Grusel oder so zu tun. Somit kaufe ich mir zunächst nur einen Hahn, dessen After ausgehölt ist, um Platz für einen Lautsprecher mit Batterien zu schaffen, sodass der Hahn bei jeder Erschütterung anfängt zu krähen. Das ist ein guter Anfang, damit lässt sich bestimmt was machen. Ich liebe diesen Hahn schon jetzt. Aber dann finde ich doch noch ein chinesisches Ritterkostüm, wie die Terrakotta-Soldaten es tragen. Und es passt. 450 Yuan soll es kosten. Puh, ganz schön viel. Aber man kann es auch mieten, 50 Yuan pro Tag, ich schwatze der Verkäuferin zwei Tage für den gleichen Preis ab. Dazu gibt es noch eine Grusel-Maske. Fertig. Andy und Thomas gönnen sich jeweils Frauen-Kleider, Philipp improvisiert mit Hut und Axt, Luke macht einen auf Bad Taste, Cathrin ist eine Geisha, Denis wird Schminke einsetzen.
Gerade sind wir zurück am Campus, da schellt Denis' Telefon. Bambi lädt uns schon zur heutigen Halloween-Party ein. In der Hostel-Bar feiert man das ganze also an zwei Tagen. Und da gerade Freitag ist...
Also verkleiden wir uns schon heute. Meinen Hahn spieße ich dank ausgespartem After auf den Helm auf, was mich auf dem Hinweg fast zur Weisglut bringt, da er bei jedem Schritt kräht.
Und die Verkleidung scheint sich schon heute bezahlt gemacht zu haben, da wir so natürlich die Könige sind und sich die Leute wieder drum reißen, uns etwas auszugeben. Und da darf man ja nicht nein sagen.
Nach der Hostelbar ist dann noch lange nicht Schluss, wir fahren noch ins Ai Shang, wo wir abermals die Helden sind, trotzdem mir zunächst der Einlass verwehrt wird. Und warum? Weil ich anscheinend keine passenden Schuhe trage. Aber was passt denn besser zu einem Terrakotta-Krieger, als Flip Flops? Ich habe noch nie einen in Turnschuhen gesehen. Ist schon das zweite Mal nach den anscheinend falschen Fußballschuhen, dass meine Fußbekleidung zu gefährlich sei oder so. Aber auch hier zeigen wie auch schon der Türsteher, dass sie kein Verbot durchziehen können und bitten mich nach ein wenig Überredungskunst (sofern sie mich unter meiner Maske verstehen) fröhlich herein. Der DJ bedankt sich für unsere Tanzeinlagen auf dem Podest auf seine Art und zeigt uns einen Tisch, der gefüllt mit Bier ist. Da dürfen wir uns bedienen. Einfach so. Ohne Skrupel. Und meine Nummer bräuchte er noch. Wir müssen morgen wiederkommen. Unbedingt. Und dann ist es auch schon fünf Uhr.
Zeit, ins Bett zu gehen, denn morgen haben wir ausnahmsweise kein Labor, dafür aber Nachhol-Unterricht.
Aber halt! Auf der Straße fällt mir auf, dass mir mein Helm fehlt. Und keiner meiner treuen Gefährten trägt ihn mit sich, also rase ich zurück ins Ai Shang. Und irgendein Geistesblitz leitet mich schnurstraks zur kleinen Lücke zwischen Tanzpodest und DJ-Pult. Und da liegt er auch tatsächlich. Ich weiß nicht, wie ich auf dieses Versteck gekommen bin. Wahrscheinlich hatte ich diese Ritze noch genau in Erinnerung, da Denis kurz zuvor darein verschwunden ist und etwas Hilfe brauchte, um wieder rauszukommen.
Der Helm ist also wieder da, aber was ist das für eine Stille? Richtig. Der Hahn hat sich gelöst. Ist weg. Mein Hahn, meine Liebe. Ich finde ihn nicht wieder, kann nur hoffen, dass der DJ es findet und sich meiner entsinnt. Und nur diese Hoffnung lässt mich heute einschlafen.


Tag 245: Deutschland Deutschland gut gut.

Auf unserer Fahrt zum Heavy Metal-Konzert in der Moonkey Bar spult der Taxifahrer auch heute wieder den einstudierten Dialog runter:
- Student?
- Jo.
- Wie lange schon hier?
- Acht Monate.
- Woher bist du?
- Deutschland.
- Deutschland in Europa, sehr gut.
- Jo, gutes Land.
- Deutschland sehr gut.
- Warum gut?
- Technik gut. Autos gut. Mein Taxi ist VW. Hat nie Probleme. Bier gut. Land entwickelt. Gut. Gut.
- Welches Land ist dann nicht gut?
- Frankreich (hat mal einen gewissen Dalai Lama eingeladen). Und Amerika (ist sowieso immer blöd). Und natürlich Japan (wegen Besatzung im zweiten Weltkrieg und Massaker und sowas).

Die Reihenfolge der Fragen kann variieren, aber die Themen sind eigentlich immer gleich. Und da das irgendwann nervig ist, ergreife ich jetzt immer öfter die Initiative und frage die Herren, wie es denn um die Familie steht und anderen Smalltalk. Aber dann sind wir auch meistens schon angekommen.

Nach dem Konzert landen wir irgendwie noch im Salsa. Und zwar wirklich drin. Trotz eigentlicher Reisepass-Kontrolle bei Langnasen, die wir ohne Pass nicht bestehen. Und warum das ganze?
- Wir müssen rein, die Freundin wartet.
- Welches Land?
- Deutschland.
- Gut. Rein mit euch.
Comments
Add New Search
Write comment
Name:
Email:
 
Website:
Title:
UBBCode:
[b] [i] [u] [url] [quote] [code] [img] 
 
 
:angry::0:confused::cheer:B):evil::silly::dry::lol::kiss::D:pinch:
:(:shock::X:side::):P:unsure::woohoo::huh::whistle:;):s
:!::?::idea::arrow:
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

Random Content

Joomla Template by younic Joomla & Webdesign based on a Design by Free CSS Templates and beezDivision