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Tuesday, 20 October 2009 09:03 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00)

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Tag 234: Europäischer Sonntag.

Dank frühen Zubettgehens stört es mich nicht sonderlich, dass Thomas um halb zehn klopft, ich bin ja schon eine Stunde wach und schaue den Film zuende, bei dem ich gestern eingeschlafen bin. Thomas kommt nicht allein, in seinen Armen hält er einen herrlichen Laib Brot, frisch gebacken. Und ich habe Käse im Kühlschrank. Und Lukas hat Salami gekauft, von der wir uns heimlich was abzwacken. Und so gibt es endlich mal wieder ein europäisches Frühstück, wie bei Mutti.
Thomas hätte gerne einen Mantel für den Winter und da wir Zeit haben, ziehen wir mal in die Stadt. Sogar mit Bus. Mäntel finden wir kaum, ist noch zu früh, man kann schließlich auch noch mit kurzen Klamotten rumlaufen. Stattdessen finden wir in sämtlichen Winkeln der Stadt Klamottenläden, sodass man sich fragt, wer das alles tragen soll. Und alles sieht gleich aus. Die Modefarbe der Saison ist Aubergine und die meisten Geschäfte bieten auch nur diese Farbe in Verbindung mit Schwarz und Weiß an. Zumeist in Querstreifen. Komsumanregend ist das bei mir heute nicht, egal, wie günstig es auch sein mag. Stattdessen investiere ich in Tee, und zwar in den teuersten, den der Laden hat. Und in Bücher, da wir einen Laden mit internationaler Literatur finden. Ich lese jetzt "Le petit Prince" parallel auf Französisch und Chinesisch, ich lerne also trilingual. Und das Buch "Business Deutsch", ebenso übersetzt ins Chinesische. Daraus lerne ich ein paar aufwendige Sätze und punkte damit bestimmt überall. Insgesamt habe ich am Ende sechs Bücher in der Hand und zahle 57 Yuan.
Jetzt ist es schon fast drei Uhr und ich muss zum alten Campus, um ein Paket von der Poststation abzuholen. Aber davor gibt es einen guten europäischen Döner.
Das Paket ist von der Mama und ziemlich schwer, also muss ich es erst nach Hause bringen, bevor es irgendwie weiter geht. Im Paket befinden sich 3 kg Käse und 3,5 kg Wurst, sowie viel Schokolade und Haribo... lediglich das Ü-Ei hat die Reise nicht überstanden. Auch wenn ich damit jetzt wahrscheinlich viele Mütter enttäusche - meine Mama ist doch die Beste.
Thomas und ich lernen noch ein wenig Vokabel, bevor wir ins neue Kulturzentrum hinter der großen Wildganspagode fahren zum Pizza essen. Nach 700 g italienischer Teigware beim Papa John's, in dem ich noch einem italienischen Pärchen beim Übersetzen helfen muss (Karte ist zwar Englisch, aber das liegt Italienern nicht so, also verständigen wir uns auf Spanisch und ich übersetz es von da ins Chinesische), gucken wir uns das neu entstandene Viertel an. Schön ist es. Noch. Man weiß ja nicht, wie lange das hier alles hält. Aber viele Lichter blinken und alles glänzt noch. Und es gibt Kinos und Museen. Da wir das jetzt wissen, kann die kalte Jahreszeit kommen. Sofern wir dann auch noch einen Mantel für Thomas finden.

Tag 233: Kater.

Ich komm erstaunlich fit aus den Federn, knalle mir aber trotzdem ein Bier rein, damit der Schwebezustand noch ein wenig länger anhält, bevor er langsam schleichend in einen müden, vielleicht schmerzenden Zustand übergleitet. Lukas ist auch wach und so sind wir pünktlich um neun auf dem Sportplatz, zunächst alleine, aber wir kennen ja mittlerweile, dass mindestens unsere Gegner stets zu spät kommen. Und auf diese Erfahrung ist Verlass, unsere Kollegen kommen später und der Gegner - gar nicht. Ist ja klar. Wir haben kein Match, sondern Training. Pff, das können die knicken. Zumal ich sehe, dass sie ein wenig mehr Training nötig hätten, als wir. Also klagen wir über unseren Schlafmangel und geloben, zum Spiel am Montag auch ohne Training topfit zu sein, und wir bekommen auch sofort frei.
Daheim wird erst geduscht, dann wieder geschlafen. Hat ja sonst keinen Sinn. Mittags erwache ich dann aber leider mit einem Kater, der sich gewaschen hat. Das dürfte der vierte in meiner Laufbahn eines ab und an Alkohol zu sich nehmenden Menschen sein und das, obwohl die gestrige Alkoholmenge überschaubar war. Ich darf es streng genommen wahrscheinlich nicht einmal richtig als Kater bezeichnen sondern vielleicht als Nebeneffekt meiner Erkältung. Oder Flüssigkeitmangel. Oder Nahrungsmangel.
Trotzdem ich voll dagegen bin und finde, dass man sowas auch so durchstehen könnte, knall ich mir um vier eine Aspirin rein. Aber die wirkt nichts. Aspirins sind Rudeltiere, sagt mein Bruder. Die muss man auch im Rudel schlucken. Aber ich ruh lieber noch bis sechs. Im Bett. Den ganzen Tag. Ohne etwas zu tun.
Eine Stunde später sitze ich im Restaurant vorm Campus, krieg erstaunlicherweise viel runter und danach bin ich auch wieder fit. Zum vollkommenen Glück fehlt jetzt nur noch Fußball im Fernsehen, aber der verstörte chinesische Sportsender zeigt lieber Snooker. Ist ja auch viel interessanter. Im Netz läuft nur Bayern, aber es gibt ja noch das gute, alte Heimatradio, das Heimatgefühle weckt. Und so hör ich auch nur noch das Spiel an, gucke einen Film und folge Nadine, Hanna und Jojo nicht mehr ins Song Song, sondern geh brav früh schlafen. Mal schauen, wofür das gut ist.

Tag 232: 100 Stunden.

Komischerweise ist heute nur die Hälfte früh wach und um acht auf dem alten Campus. Und komischerweise gesellt sich auch unser Prof zu der Gruppe, die fernbleibt. Nö, darauf haben wir keinen Bock. Wir gehen auch wieder. Und wir kommen auch nicht zur zweiten Vorlesung wieder, maximal zur dritten, wenn nicht erst zur vierten. Stattdessen gönnen wir uns zunächst ein Straßenessen-Frühstück. Und wir kaufen uns Fieberthermometer, 10 Stück, weil wir jetzt dazu angehalten sind, täglich die Temperatur zu messen. Heute habe ich 36,8 °C.
Wir bleiben tatsächlich zunächst weg, werden auch nicht sonderlich vermisst. Stattdessen übersetzen wir zuhause Skripte, bis um vier Uhr die BWL-Nachhilfe stattfinden soll. Aber auch da mag der Prof heute nicht wirklich, lässt sich aber doch noch überreden, schließlich ist in eineinhalb Wochen Prüfung.
Am Abend feier ich meine (über) 100 bierfreien Stunden mit einem Bierchen und Lukas. Der Rest ist vom Sofa vor der Glotze nicht wegzukriegen, also fahren wir auch nur zu zweit zu Bambi, obwohl ich zuvor von einer Studentin angerufen wurde, die sagte, dass unser Institut morgen früh um neun ein Fußballspiel hat und man uns unbedingt bräuchte. Da das ganze ein Heimspiel ist, sag ich mal zu. Fünf Stunden Schlaf von drei bis acht dürften jawohl genügen.
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