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#035: 16.05. – 20.05.: „Die Abspaltung der Mongolei – oder wie man die Japaner verarscht.“

Saturday, 11 June 2011 00:16 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Man möge sich die Karte oben anschauen und sich denken, die Mongolei ist noch ein Teil Chinas. Wonach sehen die Umrisse dann aus? Selbstredend, nach einem Blatt. So weit, so gut. Blöd ist nur, dass die Japaner sich gedacht haben: So ein tolles großes Blatt, dann sehen wir halt aus, wie die Seidenspinnerraupe, die das Blatt fressen kann.

Und schon ist es ganz schön uncool, ein Blatt zu sein.

Zunächst war es aber lange schön, die Mongolei als sein eigen bezeichnen zu können, wurde doch zuvor extra wegen der gefährlichen mongolischen Horden die große Mauer errichtet, um das chinesische Reich zu schützen. Jetzt die ehemaligen Gegner einzuverleiben hat natürlich schon was, und so blieb das auch bis 1911. Dann hatte die Mongolei aber auch nicht mehr so viel Bock, Teil Chinas zu sein und sonderte sich ab, natürlich ohne nach Erlaubnis zu fragen. Vielmehr tat man sich mit Tibet zusammen, auch so ein Störenfried, und erklärte sich gegenseitig unabhängig, reicht ja auch. Fand China jetzt auch nicht sooo gut, aber man hatte andere Probleme. Nämlich zum Beispiel irgendwann die Japaner, die es sich 1931 zur Aufgabe machten, China zu erobern. Die Verteidigung des restlichen Territoriums hatte da erst einmal Priorität, klappte auch mit Müh und Not und letztendlich ist es den Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki 1945 zu „verdanken", dass Japan aufgab.

Und um die Demütigung dann noch ein bisschen größer zu ausfallen zu lassen, beschloss man in China im selben Jahr, die Mongolei ebenfalls als unabhängig zu akzeptieren. Und nun schaue man sich die Karte ein weiteres Mal an und betrachte nur die Umrisse Chinas, was hat man dann? Richtig, einen Hahn mit Kopf Richtung Osten. Und was macht so ein Hahn ganz gerne Mal? Richtig, der frisst mal ganz gerne so ne Seidenspinner-Raupe.

Seit jeher wird quasi geographisch zurückgeschlagen und so war der Verlust der Mongolei doch ein Gewinn für China.

Selbstredend ist das in erster Linie meine Auffassung von der Geschichte, wenngleich die historischen Eckdaten stimmen. Auch, dass man jetzt sogar so stolz auf den Hahn ist, dass es nicht nur irgendein Hahn ist, sondern sogar ein goldener. So steht es im Lektionstext und unsere Professorin war auch voll enthusiastisch beim Erzählen über die kleine Raupe, die das Blatt wollte und sich jetzt letztendlich gegen einen Hahn anlegte.

Da wurden sie ganz schön verarscht, die Japaner.

 

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#034: 14.05. – 15.05.: „Schuuuufuuuu.“

Thursday, 09 June 2011 09:14 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Man kann Wochenenden wie normale Westler gestalten, nämlich mit dem ein oder anderen Getränk, in der Masse und sich bis in die frühen Morgenstunden müde zappelnd im Club, man kann es aber auch mal mit der Gelassenheit chinesischer Kalligraphie-Meister angehen.

Von jenen werde ich heute nämlich beim Essen weggeholt, da das dortige Rumsitzen ja zu nichts führen würde. Und so geht es erst einmal in eine Karaoke-Bar etwas außerhalb des Stadtkerns. Klar, unter vier Männern ist das jetzt nicht sooo das Wahre, also werden ruckzuck von der Bar abgestellte Damen herangezogen, die zum Singen und Tanzen animieren. Singen, Musik und Frauen sind nämlich 舒服 (sprich: Schuuufuuuu), also ganz gemütlich. Die bleiben dann für zwei, drei Stunden, je nachdem wie lange man sie entlohnen möchte. Reicht auch. Tanzen kann ich nicht und singen erst recht nicht. Dafür kann ich gut essen, weshalb die nächste Station die Kalligraphie-Straße ist, in der nachts die Grillmeister vorfahren und die zuvor auf Spieße gefriemelten Fetzen Fleisch köstlichst erhitzen. Gut gegrillt und gewürztes Fleisch ist nämlich schuuuufuuuu. Da ist es auch schon recht spät in der Nacht, aber das tut der Abendgestaltung keinen Abbruch, denn die Füße wollen noch massiert werden. Und zwar in einem etwas zwielichtigem Schuppen, in dem nur Männer erwünscht sind, die sich vorher noch duschen, aber das ist selbstverständlich auch sehr schuuufuuuu, frisch geduscht und im Bademantel sich die Füße durchkneten zu lassen. Das wird dann getan im Großraummassagesalon auf jeweils großen Sesseln, die zum Schlafen animieren. Ich wache hier nur einmal kurz auf, und zwar in dem Moment, als die Frau mit dem Flammenwerfer meine Füße kurz anhitzt. Der Schuuuufuuuukeit wegen. Und natürlich verbringt man die Nacht dort, auch wenn ich es nicht als soo schuuuufuuuu ansehen kann, in einem Großraum zu schlafen mit vielen Männern mit Bronchienproblemen und dem Hang zum Schnarchen.

Am Morgen schaufelt man sich dann noch eine gute Lamm-Brot-Suppe rein und lässt so die schuuuufuuuuige Nacht ausklingen. Die Meister sind dann bestens gerüstet für die Arbeit, ich eher für's Bett. Ist ja auch nicht ganz ohne Schuuuufuuuuigkeit, wenngleich die Baustelle nebenan am Sonntagvormittag vom Geräuschpegel her den Großraummassagesalon noch um weiten schlägt.

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#033: 09.05. – 13.05.: „Chinesische Namen.“

Thursday, 09 June 2011 09:14 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Ich muss mich leider entschuldigen, mit großartigen neuen Stories kann ich zur Zeit schlecht auffahren, sitz ich doch größtenteils in meinem Kämmerlein im sechsten Stock und mach so etwas wie studieren. Also pack ich mal wieder mit kunterbunten Geschichten aus der Welt der Chinesen aus. Heute geht es um Namen.

Zum Grundsätzlichen kann man sagen, dass ein Name stets mit dem Familiennamen beginnt, der aus einem Zeichen besteht (in seltenen Fällen sind es zwei, die sind dann aber bekannt) und dann ein normalerweise aus ein bis zwei Zeichen bestehender Vorname folgt (wobei man nun ja nicht mehr von Vornamen sprechen kann). Blöd an der Sache ist nur, wenn die Chinesen mal in westliche Länder gehen und sich dann umstellen und sich jedem Westler auf westliche Art vorstellen, der Westler es aber wieder verdreht und so der Rufname letztendlich wieder zum Nachnamen wird. Mir geht es hier bei vielen Menschen so, aber letztlich reagieren sie doch immer auf mein Kommando.

Die Namensfindung ist essentiell und ultrawichtig in China, was die Schwangerschaft gleich doppelt schwer gestaltet. Denn einem Namen wird viel Bedeutung beigepflichtet, er muss wohl überlegt sein und man muss auf vieles achten, aufdass möglich viel Schicksalsleitendes in ihm steckt. So ist es einerseits die Bedeutung der Namen, auf die geachtet werden muss, sprich er soll Schicksal und Wunsch der Eltern dem Sprössling gegenüber ausdrücken, wie Stärke, Schönheit oder Reichtum. Zum anderen ist aber auch der Inhalt der Zeichen wichtig, also die einzelnen Radikale. Hier spielen Astrologie und die fünf Elemente Gold, Holz, Erde, Wasser, Feuer eine starke Rolle, da diese Elemente im Kreis geschrieben von links nach rechts sich gegenseitig auslöschen, bzw. schwächen, während sie in anderer Kombination sich stärken oder gegenseitig gebären. Komplizierte Sache also. Wenn dein bisheriger Name jetzt leider akuten Wassermangel hat (bzw. es dir an Wassereigenschaften mangelt, die da wären Betrachtung, Lageerfassung, Ruhe), so bekommst du am besten noch das Zeichen (miao) verpasst, da dieses vor Wasser nur so sprudelt (hat drei Radikale), und heißt gleichzeitig noch „Endlosigkeit" oder „Grenzenlosigkeit".

In die Zeichen kann man auch getrost seine eigenen Wünsche packen. Wenn das Erstgeborene nun „leider" ein Mädel ist, was ja immer noch als eher mittel bis nicht so gut gilt, zwecks Alterssicherung und so, bekommt es Zeichen mit der Bedeutung oder der Aussprache von „Sohn folge (bitte)" verpasst, aufdass das nächste Kind, das man sich unter Umständen teuer erschlafen muss, auch ein kräftiger Bub wird.

Nun ist es im chinesischen nicht so wie in anderen Sprachen, wo man Buchstaben zusammenwürfeln kann und schon ergibt sich ein neues Wort, bzw. ein Name, den jeder dann mehr oder minder aussprechen kann, sondern man kann nur auf das begrenzte Repertoire der 60.000 Schriftzeichen zurückgreifen. Und die haben nun einmal fast alle eine Bedeutung, wobei es natürlich auch vorkommt, dass einige nur für Namen verwendet werden. Die Bedeutungen führen dann soweit, dass beispielsweise mein Mannschaftskapitän wörtlich übersetzt „wolkiges Schneeschwein" heißt. Was für'n blöder Name, wenn auch sehr poetisch, mag der dumme Westler denken, aber die Eltern werden sich dabei wohl was überlegt haben.

Oder eine der Agenturen. Denn neben einem Buch mit vielen oft benutzten Namensteilen werden immer öfter Agenturen herangezogen, die den perfekt abgestimmten Namen unter Beachtung des Familiennamens, der Umgebung, der Zeit und der elterlichen Wünsche ermittelt. Da werden keine Kosten und Mühen gescheut und so genießen diese Agenturen neben viel Ehrfurcht auch viel Wohlstand.

Nun sollten alle Namen dann ja fast einzigartig sein, da es für einen dreizeichigen Namen ja 216.000.000.000.000 Kombinationen geben sollte, also bei 1,4 Mrd. Menschen rund 150.000 pro Person. Aber weit gefehlt. An meiner Uni gibt es alleine mindestens 500 Damen, die sich den Namen 李媛 (LiYuan – Pflaume + schöne Dame) teilen dürfen.

Wer nun nicht mit seinem Namen zufrieden ist, weil er anscheinend einer schillernden Zukunft im Wege steht, der muss nicht weinen oder seine Karriere an den Nagel hängen, denn auch dafür ist gesorgt: Wer will kann seinen Namen jederzeit und kostengünstig ändern lassen. Ist zwar etwas lästig für alle drum herum, aber wenn es doch der Karriere dient…

Und schon haben wir wieder was gelernt!

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#032: 01.05. – 08.05.: „Neues von der Baustelle.“

Saturday, 28 May 2011 23:15 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Ich muss sagen, ich habe mich beizeiten dran gewöhnt. Es fällt mir gar nicht mehr auf, wenn die Kinder von der Baustelle nebenan eine Party mit ihrem Vorschlaghammer feiern. Es fällt mir auch kaum mehr auf, dass der Bagger stets seine Drehzahlen in den roten Bereich pumpen muss, um nur einen kleinen Satz nach vorne machen zu können. Das Gequietsche des Lastenaufzugs auf Höhe meines Fensters ist ebenso zur alltäglichen Melodie geworden und ich würde sie wahrscheinlich vermissen, wenn sie irgendwann nicht mehr permanent in meinen Ohren liegen würde. Und auch das Geschnatter während der Pausen ist nichts neues für mich.

Dennoch gab es in letzter Zeit ein paar Momente, die mich senkrecht im Bett stehen ließen. Krach, der mir durch Mark und Bein geht. Das eine Mal werde ich früh morgens von einem riesigen Donner geweckt. Ein Donner, den Aluminium-Platten, wenn man sie hin und her schwenkt hinterlassen, nur viel gewaltiger. Ich brauchte etwas, um es zu realisieren, aber letztendlich erkannte ich, dass es tatsächlich an Aluminium lag. Dieses war für Abluftschächte oder sonstwas gedacht, ist ja auch egal, auf jeden Fall für die oberen Stockwerke. Drum wurden diese Aluminiumplatten, groß und nicht unbedingt zu leicht, auf eine Schiebkarre gelegt und diese nach per Lastenaufzug nach oben transportiert. Dumm nur, wenn das Gleichgewicht einer Schiebkarre als allzu verständlich vorausgesetzt wird und der Aufzug etwas ruckelt. Dann ergibt es sich nun einmal, dass so eine Schiebkarre kippt. Und da ist es auch schön und gut, wenn man um den Aufzug grüne Fangnetze gespannt hat, nur weil man das mal irgendwo gesehen und für schön befunden hat, vielleicht als Sonnenschutz, den eigentlichen Sinn dahinter aber nicht. So ist es für eine Aluminiumplatte natürlich ein Leichtes, sich, bestärkt durch etwas Energie aus der Erdanziehungskraft, durch das Netz zu schneiden und laut donnernd die sieben Stockwerke nach unten zu krachen. Da staunte auch der Heini, der die Schubladen beladen hatte, nicht schlecht, als die Platten unmittelbar neben ihm im Boden einschlugen. Ich war heilfroh, dass er nicht den Geistesblitz hatte, die scharfen Platten auffangen zu müssen.

Ein zweites Mal ist es ein nerviges Gekreische, dass meine Aufmerksamkeit erweckt und mich zum Fenster zieht. Denn ja, auch Frauen arbeiten auf dem Bau. Ihnen bleibt ja nichts anderes übrig, wenn sie aus dem Land in die Stadt kommen. Da muss man nehmen, was man kriegt und da die Bildung außerhalb der Städte nach wie vor etwas zu wünschen übrig lässt, beschrenkt sich die Job-Auswahl auf körperliche Arbeiten. Dass hält Frauen aber noch lange nicht davon ab, sich ab und an wie solche aufzuführen (also natürlich nicht alle und die „typische Frau" gibt es ja auch nicht, und wer mir jetzt einen Strick daraus drehen will und mich als Sexist darstellt, an den appelliere ich: Such dir bitte ein Hobby, wie kochen oder so). Aber wo war ich: Ach ja, die Frau hatte wohl eine Meinungsverschiedenheit mit einem Mitarbeiter/Lover/Freund/Feind, was weiß ich. Und ich glaube, der Typ hatte Recht. Denn aus einiger Erfahrung weiß ich, dass Teile des weiblichen Geschlechts, mit dem Rücken zur Wand und einem leeren Sack ausgegangener Argumente gerne auf zwei, drei Taktiken zurückgreifen, um die Diskussion doch noch für sich zu gewinnen. Manchmal zieht ganz einfach das Argument „Ist aber so!", andere wiederholen gerne das letzte Argument ein paar Mal, ein paar greifen auf ein ganz anderes Thema zurück, also zum Beispiel argumentieren sie damit, dass sie in einer anderen Diskussion (wahrscheinlich auch wegen einer dieser Taktiken) Recht hatten und wenn das dann alles nichts hilft, wird frau einfach laut und schreit rum. In diesem Fall versuchte Madame, die letzten drei Taktiken für sich einzusetzen. So lief sie permanent laut einen Satz (ich verstand ihn nicht recht) wie ein Papagei wiederholend um einen Schutthaufen herum, während ihr „Kontrahent" beschwichtigend und um Raison bittend ihr folgte. Zuerst fand ich es noch amüsant, aber nach einiger Zeit als ich dann auch ihre unverständlichen Worte erstens genau und zweitens genau zur selben Zeit wie sie wiedergeben konnte, eben nicht mehr. Dann entschloss ich mich mal, dazwischenzuschreien. Ein paar Mal. Aber ich wurde nicht erhört. Stattdessen hatte sie genügend Aufmerksamkeit von anderen, die nun dem Spektakel lauschten. Ein paar schlugen sich dann auch auf ihre Seite und baten wiederum den Kontrahenten, einfach mal zu chillen, aber das reichte ihr nicht ganz, und so griff sie letztendlich doch noch zur Endgegner-Waffe: Heulen. Und das zieht immer.

Auch bei mir, weiterschlafen konnte ich nicht mehr.

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Fotos von der Horticulture Expo

Saturday, 21 May 2011 18:18 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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