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#018: 27.03.: „Katersonntagspizzabestellaktion“

Saturday, 21 May 2011 13:20 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Selbstredend konnte ich es mir gestern nach dem gemeinsamen Abendessen nicht verkneifen, doch noch die Bachelor-Studenten und anschließend das Salsa aufzusuchen.

Dementsprechend ist dann der Sonntag etwas im Eimer und wir überlegen uns am Nachmittag, nach vier Wochen Non-Stop Chinesisch-Futter endlich mal wieder was westliches zu essen und wollen der Bequemlichkeit halber eine Pizza bestellen. Ich mache die Rechnung ohne den Pizza-Wirt. Denn jeder, den wir im Internet finden, hat irgendeine großartige Ausrede parat wie „Fahrer ist krank", „zu viel zu tun" oder „ihr wohnt zu weit weg". Drei Stunden verbrate ich für die Pizzabringdienstsuchaktion.

Und dann wird's glatt noch sportlich und gefährlich: Vollkommen gefrustet schwinge ich mich auf's Rad und fahre den Weg zum Burger-Restaurant mit den zwei goldenen Bögen. Auf einer Brücke wird es recht nervig, weil an beiden Brückenrändern Leute ihren Schnickschnak aufgebart haben, um ihn zu verkaufen. Und in China kommt Schnickschnack an, weshalb die Überquerung der Brücke mit Rad den Hauptteil der Fahrtzeit ausmacht. Das Essen ist schnell eingepackt und hungrig und voller Vorfreude wird der Rückweg angetreten. Dabei stoße ich zunächst fast mit einem Rollerfahrer und anschließend mit einem TukTuk zusammen. Diese sind in Gefahrensituationen nämlich passiv eingestellt und halten einfach mal an, während ich mir im Geiste schon seinen und meinen weiteren Weg ausgemalt habe und meiner Berechnung zufolge einfach weiterfahren könnte, würde auch er weiterfahren.

Der Cola haben meine Bremsmanöver die ein oder andere Blase Kohlensäure entzogen, aber ich komm zumindest heil an und nach vier Stunden Gedankenmacherei ist dann endlich der Hunger gestillt.

 

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#017: 26.03.: „Sparsam unterwegs. Auch beim Saufen.“

Saturday, 21 May 2011 13:19 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Ich habe seit fast einer Woche Erkältung was am kalten Wetter, dem Regen, der abgeschalteten Heizung und der nicht funktionierenden Klimaanlage plus der schattigen Lage unserer Bude liegen dürfte. Aber soll ich deshalb weinen? Nee. Und da heute ein sonniger Sonnabend ist, rüste ich mal das Fahrrad auf und mach ne Tour. Handy aufladen. Medikamente gegen den Hals holen. Und anschließend zum Walmart mit Kaufhaus oben drüber. Oben drüber lande ich recht zufällig, irgendwie hat der internationale Shop mit seinen Büchsen Paderborner Bier so eine anziehende Wirkung. Aber da gibt es dann noch viele Klamottenläden, sogar viele mit Originalware. Und da mir einfällt, dass meine beiden anderen Hosen noch recht nass auf der Leine hängen und ich die, die ich gerade trage, in der Fahrradkette eingesaut habe, könnte ich im Hinblick auf das abendliche Studiengangsessen glatt noch eine neue Hose vertragen. Ich finde auch was nettes und nach einigem Suchen auch das Etikett mit dem Preis. 500 RMB müssen jetzt nicht unbedingt mal einfach so rausgeschmissen werden, dafür bekäme ich auch 36,231884058 Büchsen Paderborner. Dennoch erinnere ich mich an den bevorstehenden Abend und frag die gute Frau vom Laden mal, ob man es nicht, wie auf die meisten anderen Produkte, auch hier zufällig Prozente gäbe. Sorry, das ginge leider nicht mehr, weil es ja schon runtergesetzt sei, sagt sie auf ein Schild zeigend, auf dem 75 steht. Ich frage „75 was?" und sie sagt „RMB". Es rattert kurz in meinem Kopf und dann macht es klick. Sie will mir die Hose tatsächlich für 8 Euro verkaufen. „Dann kann was mit der Hose nicht ganz stimmen," will die Skepsis in mir sagen, doch der Wahl-Schwabe in mir brüllt: „Klappe zu, Skepsis, wir nehmen zwei!" Tja, und jetzt habe ich zwei Hosen mehr. Und vom Ersparten zum Grundpreis von einer Hose kann ich mir immer noch 25,3623188406 Dosen Paderborner kaufen.

Ich kaufe aber nur drei.

Und trinke sie nicht einmal.

Am Abend warte ich dann vergeblich mit 40 chinesischen Kommilitonen auf Martin, meiner besseren Hälfte, da er beim Schulbuch-Kauf und Kalligraphienkauf vom Kalligraphiemeister kurzerhand für den Abend anders verplant wird. Meine Schüchternheit ist aber doch schnell verflogen, denn die Chinesen haben da einen Trick, den ich auch aus der Heimat kenne: Bier. Nur hier trinkt ja nicht jeder sein Bier und man stößt nur am Anfang einmal an, nee, hier muss man aufstehen und sich vorstellen und sein Bier mit den anderen teilen, dazu bitte immer die Gläser mit 100 bis 150 ml füllen, damit man sie gut Exen kann. In neuer Hose und noch immer mit Kratzen im Hals und vielleicht etwas Fieber sitze ich dabei, schau mir das Ganze mal an und trinke, was man von mir verlangt. Die Runde ist lustig, ich werde für's Fußballteam rekrutiert und nach einigen Gläsern bin ich auch motivierter bei der Sache. Ich warte dann auf Nachschub in Sachen Bier, aber die kommt nicht. Dann geh ich mal auf's Klo, aber muss dort sehr lange warten, da in diesem sehr sehr großen Restaurant die Toilettenkapazität für die Menge an kotzenden Männern nicht ausreicht. Ein erbärmliches Konzert aus röhren, stöhnen und brüllen halt mir überall aus den Kabinen entgegen. Ich weiß nicht, ob das Essen nicht gut war, aber ich spüre absolut kein Unwohlsein.

Auf dem Weg zurück in unseren Raum nehme ich dann kurzerhand selber einen Karton Bieres mit, aber sehr dankbar werde ich nicht empfangen von den ganzen Kommilitonen, die da irgendwie über den Stühlen hängen. Naja, ich trinke teile des Kartons mit ein paar letzten Überlebenden der Saufaktion, wobei ich sie eher als gepflegtes Trinken wahrgenommen hatte.

Tja, und da es ja auch schon 21h30 ist, kann man jetzt gepflegt zurück zum Campus gehen und sich schlafen legen. Wäre mein Körper man bloß genauso wenig Getränkeresistent, ich weiß nicht, für wie viele Dosen Paderborner mein Geld heute dann gereicht hätte!

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#016: 25.03.: „Schneidermeister.“

Saturday, 21 May 2011 13:18 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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In zwei Wochen geht es auf eine Messe und da kann man als Master-Student heutzutage nicht mehr rumlaufen wie der letzte Lump, da muss feiner Zwirn her. Ganz feiner. Quasi der feinste. Und der muss wie angegossen am Körper hängen, dieser Zwirn. Und was gibt es da besseres als einen Schneidermeister? Nicht viel, also wird er aufgesucht. Der Stoff ist schnell gefunden, vermessen sind wir, runtergehandelt haben wir auch schnell. Fällt das Wort „Student" sind sie hier immer recht schnell dabei. Wir bekommen das Qualitätsprädikat „ganz fleißig" nämlich dazu. „Ganz fleißig" bedeutet, dass man beispielsweise die Knopflöcher gut verarbeitet bekommt und nicht irgendwelche ausgefranzten Schlitze, die mit drei bis zwölf Nadelstichen genäht werden. Sondern richtig fein soll es werden.

Dazu hätten wir auch noch gerne Hemden. Da ich sie in Shanghai für 85 RMB (also so 9 Euro) in guter Qualität erhalten habe, nehme ich doch an, dass das in Xi'an locker zum gleichen Preis möglich ist, wenn nicht sogar noch günstiger. Aber da habe ich wohl die Rechnung ohne die Monopolstellung der Schneiderfrau gemacht. Diese hat nämlich ihren eigenen Laden in der recht kurzen Schneiderstraße und maximal einen Wettbewerber auf dem Gebiet der Hemden, während man in Shanghai nur einen eigenen Stand in einer viergeschössigen Halle vorzuweisen hatte, wo man in direkter Nachbarschaft schon zwei Wettbewerber vorfand. Also kann es sich auch unsere Schneidermeisterin zunächst leisten, uns eine knappe halbe Stunde warten zu lassen mit unseren ausgewählten Stoffen. Sechs Hemden haben wir und ich wähne mich schon bei einem beschämend großen Schnäppchen, als sie was von 240 RMB faselt. Aber sie rückt schnell mit der Sprache raus, dass es sich um ein Hemd handelt. Mir wird mein Preis aus Shanghai auch nicht abgekauft, für das Geld würde man nicht einmal den Stoff geschweige denn den Arbeitsaufwand bezahlt bekommen.

Gut, 25 Euro für ein maßgeschneidertes Hemd sind natürlich schon auch nicht so viel, aber irgendwie habe ich eine sparsame Phase und so ist das Mobilfunktelefon schnell in der Hand, der Bruder in Shanghai ist angerufen und hat den Auftrag, für meine durchgegebenen Maße bitte ein paar Hemden zu besorgen. Denn der Bruder kommt mich in einer Woche besuchen. Gut, die Hemden kosten jetzt auch dort 100 und für 5 RMB hat man die Option auf eingestickte Initialien. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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#015: 21.03. – 24.03.: „Kennst du eigentlich chinesische Etikette?“

Saturday, 21 May 2011 13:17 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Frau Ai hat uns letzte Woche erklärt, was es mit der chinesischen Etikette so auf sich hat. Ziemlich viele Regeln, wenn man mich fragt. Zum Beispiel soll man doch bitte immer ein Geschenk mitbringen, wenn man eingeladen ist. Unter Freunden reicht Obst oder was anderes. Bei älteren sollte es dann aber schon mal guter Tee oder Schnaps oder im Notfall auch ne kleine Geldmitgift sein. Alles andere wäre unhöflich. Jetzt habe ich Angst, denn ich hasse es, Geschenke für jemanden zu besorgen.

Und wenn man dann kommt und da sitzt schon jemand anderes, dann sollte dieser bitte aufstehen und gehen und man muss ihn begleiten bis zur Türe. Es sei denn, dieser hat noch nicht fertig gesprochen, dann bleibt er so lange, bis ich gehe. Das würde mir ganz schön viel Druck aufheizen, als Neuankömmling, weil ich ja nun die anderen behindere. Auch ne blöde Regel.

 Nicht unangekündigt kommen kann ich hingegen verstehen, kotzt mich auch an, wenn man eigentlich was geplant hat und dann sitzt da plötzlich einer da. Hier ist es aber eher so, dass man (besonders im Sommer) total verloddert in „scheißegal"-Kleidung rumläuft. Also durchaus verständlich.

Nicht verstehen kann ich hingegen, dass unsere Bude auch einem Laufhaus gleicht und es ab und an mal unerwartet klopft. Dementsprechend nahm ich das mit den Regeln nicht so ernst.

Spätzle ruft dann heute an und sagt, ich könnte gerne das Rad haben, das wir ihm damals nach unserer Abreise hinterlassen hatten. Er zieht eh bald um und in der Navy braucht man keins. Aber gut, für meinem Bauch könnte die ein oder andere Strecke mit dem Rad nicht schaden, wir gehen es also gegen Abend holen. Dafür müssen wir zum Elternhaus seiner Freundin fahren. Rad rausholen und gut, denke ich mir, doch Spätzle weiß bestimmt schon, warum er lieber unten am Aufzug wartet und mich und seine Freundin nicht mit in die Bude begleitet. Denn dort angekommen werde ich natürlich sofort freundlich empfangen von Mutter, Vater, Bruder, Hund, Katze und Goldfischen. Bombadiert werde ich nicht nur mit den Standardfragen, sondern auch mit intimeren, Beziehungen, mein gewünschtes Heiratsalter (meine Antwort ist 40 – damit bringt man sich bei allen potenziellen Schwiegereltern gleich aus dem Rennen) und so weiter. Desweiteren muss ich noch unbedingt vom Abendessen kosten (was ich auch tu, obwohl wir kurz vorher essen waren). Und dann kommt irgendwann diese blöde Frage, die ich nach kurzem Überdenken auch lieber mit „Nein" beantworte: „Kennst du eigentlich chinesische Etikette?" Tja, da fragt sich wohl jemand, wo ich das Geschenk gelassen habe. Ich frage es mich auch und verlasse die Wohnung dann doch leicht beschämt mit der Absicht, sie nicht wieder zu betreten, auch wenn ich noch so lieb geladen wurde. Ich schätze, das hat jetzt etwas mit Gesichtsverlust zu tun. Bin ich noch gesellschaftsfähig?

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Bilder #001,5

Saturday, 21 May 2011 13:17 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Shanghai, Putzen, Dorf, neues Sichuan-Restaurant am Magen-Schnibbeln,
Wandschmuck mit weisem Spruch eines weisen Mannes, Random.

In der Reihenfolge. Oder auch nicht.

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