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Willkommen auf der Startseite

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#024: 07.04.: „Das holde Internet.“

Saturday, 21 May 2011 14:23 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Seit Anfang April habe ich kein Internet mehr, was mir aber bislang egal war, da ich entweder selber weg war, Besuch hatte oder wir grundsätzlich keinen Strom hatten. Heute will ich's aber richten. Spätzle hatte schon die richtige Vorahnung gestern und meinte, auf meinem Account wär kein Geld, obwohl wir ja bezahlt hatten. Spätzle ist aber leider von der Navy einkassiert worden und muss jetzt ne gewisse Zeit auf einem Kriegsschiff in Qingdao abgammeln, weshalb Yoyo den Dienst des Vermittlers zu erledigen hat. Zunächst wird gesagt, dass jawohl noch Geld auf meinem Account sei, als der Herr vom Internet dann allerdings ankommt, sieht er das anders und die Damen im Büro auch: Bereits am 13.3. oder so soll wohl jemand gekommen sein und habe sich meines Geldes bedient und wenn es von meinem Account genommen worden sei, müsste ich das wohl gewesen sein, aber eine Unterschrift hätten sie auch nicht. Es ist ein müßiges Hin und Her, ich habe langsam auch die Schnauze voll und der Herr vom Internet hat Mitleid mit uns. Wir dürfen jetzt über seinen besseren Account kostenlos (also eigentlich hatten wir ja schon bezahlt) ins Netz, da gibt es auch keine Dr.Com-Spionage-Software drauf, er würde sich lediglich melden, wenn es zu langsam sei und wir bitte da raus sollten.

Ein herrlicher Kuhhandel. Ich werde mich in nächster Zeit wohl dennoch eher im Master-Studentenraum wiederfinden, da läuft die Leitung zumindest permanent und in angenehmer Geschwindigkeit.

 

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#023: 06.04.: „Heute ist ein besonderer Tag.“

Saturday, 21 May 2011 14:22 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Was will ich heute produktiv sein! Morgens kurz mein Internet, das mal wieder nicht funktioniert, regeln, dann kurz den Anzug abholen und noch ne Krawatte und dann den ganzen Tag an einer Übersetzung für eine Präsentation sitzen.

So viel zur Theorie, mal wieder.

Denn beim Aufwachen fällt zunächst der Ausfall des Stroms auf. Soll ja mal vorkommen. Ich warte noch eine Stunde, bis beim Schneidermeister mal einer rangeht, aber den Anzug könnte man noch nicht finden, ich soll bitte bis zum Nachmittag warten. Beim Internetbüro ist auch mal wieder keiner da. Warum auch, gibt ja keinen Strom. Und so warte ich einfach mal, bis sich der ehrenwerte Herr Strom wieder zu uns gesellt, aber die SMS einer Kommilitonin zerstört alle Lernträume: „Heute kein Strom von 7 bis 19 Uhr!" steht da. Ohne Strom kein Computer, ohne Computer keine Daten, ohne Daten nichts zu Übersetzen. Da kann man nur eins machen: Zuerst lange essen, einen Kaffee vielleicht noch trinken, dann zum Schneidermeister, dann in die umliegenden Shops, nichts wirklich passendes finden (zum braun-orangen Anzug passt halt nicht so viel und in China ist man ja sehr saisonal gebunden, weshalb fast alles auf violett abgestimmt ist) und dann kann man auch schon zu Abend essen.

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#022: 03.04. – 05.04: „Des Bruders Besuch.“

Saturday, 21 May 2011 14:22 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Gestern saß zufällig, also mehr oder minder zufällig,der Bruder im selben Zug wie ich. Es war wahrlich nicht wirklich abgesprochen, er meinte nur, er käme über Umwege nach Xi'an, die Frauen hätten das gebucht. Und so habe ich erst kurz vor der Fahr nach Luoyang mitbekommen, dass sie dort auch gestern landen würden und am Abend nach Xi'an wollten, weshalb ich meinen Aufenthalt auch einen Tag verlängerte.

Der Bub kam nicht alleine, sondern sie waren zu neunt. In Xi'an ging's abends zur Begrüßung ins LeLe zum Essen, wo ich ob der Masse von 11 Personen die Lieblingsgerichte alle doppelt bestellte. Ich missachtete allerdings, dass die Portionen hier schon traditionell größer ausfallen, als woanders, weshalb ich zunächst blöd angemacht wurde von den Shanghainesen und wer das erstens essen sollte und wer das zweitens bezahlen sollte. Ich wartete mal ab und die Runde brach in erleichtertes, wenngleich auch vielleicht etwas spöttisches Gelächter aus, als jeder nicht einmal auf umgerechnet 4 Euro Ausgaben kam. Die Vorteile meiner Stadt waren also schnell ausgemacht.

Heute fahren die anderen zur Terrakotta-Armee, während Torben mich in meinem studentischen Alltag begleitet. Also kurz essen, dann zum Walmart und die Büchse Paderborner an' Hals, wie immer halt. Abends etwas Kalligraphie-Straße und der goldene Hans, das sollten so die wichtigsten Punkte in Xi'an sein. Und dann war's das auch schon im Großen und Ganzen wieder, bereits am Dienstag nach einer Runde auf der Stadtmauer verziehen sich die versnobten Shanghainesen wieder.

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#021: 01.04. – 03.04: „Luoyang.“

Saturday, 21 May 2011 14:21 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Quasi ausgeschlafen geht's am Freitag zu den Longmen-Grotten von Luoyang. Ich bin ganz froh, dass ich quasi eine private Reiseführerin habe, sodass die Überfahrt nicht einem teuren, hier verbrecherischen Taxifahrer überlassen wird. Bei den Longmen-Grotten hatten sich vor einigen Jahrhunderten mal ein paar Mönche gedacht: „Cool, da ist ein Felsen, hauen wir doch ein paar Nischen rein und sparen in diesen Höhlen noch ein paar Buddhas aus." Das haben sie sich 400 Jahre lang so gedacht bis zur Tang Dynastie (618 – 907 n. Chr.) und dann sagten sie sich: „So, 2.100 Nischen und 97.000 Buddhafiguren sollten die Götter doch milde stimmen, nun chillen wir mal."

Dann haben sie also weiter gechillt, bis ein anderer Herscher des Landes zur – ansonsten natürlich bombastischen – Kulturrevolution ausgerufen hat und man vielen Figuren einfach mal die Köpfe abschlug. Nun gut, immerhin haben sie auch 1000 Jahre durchgehalten, irgendwo ist auch mal gut.

Ansonsten haben die Mönche gut was geleistet, nett anzuschauen, wenn ich mich jetzt natürlich auch nicht mit allen 97.000 Klapskallis beschäftigen konnte.

Der Nachmittag ght in einem Park drauf, weil heute Beginn des Pfingstrosen-Festes ist, dem Wahrzeichen der Stadt und auch der Nationalblume. Aber die lässt sich bitten und blüht noch nicht zum Beginn des Festes, trotz angenehmer 22 °C.

Der Samstag sieht dann ein bisschen anders aus. Ich dachte eigentlich, die hätten den Wetterbericht gefälscht, damit nicht zu viele Besucher am langen Wochenende in die Stadt reisen (soll mal vorkommen), aber man hatte recht. Denn auf dem Weg zum Shaolin-Kloster passieren wir einige Stellen, wo ein wenig Schnee liegt. Und auch am Kloster weht ein ganz und gar hässlicher Wind bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dementsprechend beschränken wir uns auf Kloster, Grabstätten und Kung-Fu-Show in der Arena. Denn die Seilbahn in die Berge wird heute nicht in Betrieb genommen und so fällt die dortige Kung-Fu-Show auf Brücken und Felsen aus. Aber auch so kämpfen die schon recht imposant, die Buben.

Wegen der Temperaturen miete ich mir übrigens eine große, grüne Armee-Jacke. In Kombination mit meiner eigenen Jacke macht das aus mir dann eine sehr fette Langnase, weshalb ich zum Gespött einiger Besuchergruppen werde. Ich mache mir nichts draus. Auch meine Begleitung wird angemacht, weil sie als mein scheinbarer offizieller Reiseführer es versäumt, mich in die Touri-Fallen zu locken. Auch sie macht sich nichts draus, wenngleich sie versucht, am Abend in Bierlaune in die Offensive zu gehen. Da hatte Mini wohl recht und ich werde in Zukunft eher nicht mehr mit nur einer Freundin auf Reisen gehen. Es tut mir auch leid, als ich sie, ziemlich beschämt, ins Bett schicke, alleine.

Vor der Abreise am nächsten Tag geht es noch einmal zum Weißes Pferd-Tempel. Ich bin ziemlich enttäuscht, als ich nach langer Suche kein weißes Pferd zu Gesicht bekomme. Stattdessen haben vor ein paar Jahren die Inder den Chinesen ein Geschenk gemacht und einen buddhistischen Tempel nebenan hingebaut. Die Außenfassade ist mit allerlei Getier aber auch zu großem Teil mit nackenden Frauen verziert. Und das im sonst so prüden China! Und im Inneren des Tempels befindet sich eine buddhistische Figur, bei der ich mich frage, ob den Chinesen schon ihre Handhaltung aufgefallen ist. Denn diese zeigt den Besuchern gewissermaßen den Mittelfinger. Aber gut, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Ich lasse mich noch von ein paar Greisinnen segnen, nachdem ich, die Situation erkennend, zu ihnen gesprintet war, um die runtergefallenen Räucherstäbchen aufzuheben. Aber dann geht es auch schon mit dem Schnellzug (in dem ich auch den ehrenwerten Bruder treffe, aber das ist eine andere Geschichte) binnen weniger als zwei Stunden zurück nach Xi'an. Hier ist extra für die geplante Norderweiterung ein großer Bahnhof gebaut worden, der aber auch als Zeppelin-Hangar dienen könnte. Man scheint hier noch großes vorzuhaben!

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#020: 31.03.: „Bahnfahrt mit schlechtem Gewissen.“

Saturday, 21 May 2011 14:20 | Last Updated (Tuesday, 30 November 1999 00:00) | Written by Mirko

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Letzte Woche hat mich eine Freundin gefragt, ob ich nicht Lust hätte, in die Nachbarprovinz zu reisen, da dort die Stadt Luoyang so einiges zu bieten hätte. Ich habe für heute eingewilligt, weil ein verlängertes Wochenende bevorsteht wegen Feiertagen am Montag und Dienstag und letzte Woche eine Professorin angekündigt hatte, dass der Unterricht quasi beendet sei. So viel zur Theorie.

Natürlich wird mir heute Morgen verkündet, dass zwar am Montag und Dienstag Feiertage sind, die Vorlesungen aber selbstredend vorgezogen würden und zwar auf Samstag. Und zwar sei die Vorlesungsreihe beendet, aber nur, um eine Vortragsreihe hintendran zu hängen. Ich müsste also doch glatt noch drei statt null Vorlesungen schwänzen.

Ist mir Schwanz. Mach ich. Mir wurden hier genügend kurzfristige Planänderungen eingeschoben, jetzt halte ich mal mein Wort und treffe mich pünktlich am Bahnhof. Keine fünfzehn Minuten später klingelt das Mobilfunktelefon, den Anrufer mache ich als unsere Betreuerin aus und überspüre die zwarten Vibrationen des Bimmelkastens gekonnt. Kann doch wohl nicht wahr sein, dass man mir gleich hinterhertelefoniert, nur weil ich mal ein einziges Mal fehle.

Mit schlechtem Gewissen steige ich in den Zug. Die Fahrt soll fünf Stunden dauern, also für mich, für den Herren neben mir so ungefähr 20 Stunden, weil er nach unten Richtung Hongkong muss. Er hat sich gedacht, um besser schlafen zu können, knallt er sich etwas Schnaps rein und bietet mir in seinem Redefluss auch welchen an. Ich lehne dankend ab. Aber er darf gerne, dagegen habe ich ja nichts, ich unterhalte mich auch gerne so weiter mit ihm. Sein Nachteil ist aber, dass er nicht soo gut mit Alkohol kann, also rein körperlich. Sein Gesicht und seine Augen nehmen also binnen kürzester Zeit eine ungesunde rote Gesichtsfarbe an und aus eben jenem Augenschlitzen dringt so nach und nach grellweißer Schlaf. Vielleicht ist auch etwas Eiter dabei. Mir ist ein bisschen unbehaglich bei der Sache, und es ist mir gar unangenehm, dass mir so unbehaglich ist, schließlich kann er ja auch nichts dafür. Ich versuche ihn dezent dazu zu bewegen, doch bitte einmal mit der Hand durchs Gesicht zu fahren, indem ich es in jeder Situation kommentarlos vormache. Er versteht nicht.

Zwischendurch ruft dann noch Mini an und macht mich zur Sau, wie ich alleine mit einer Frau verreisen könnte. Ob mir nicht klar sei, was der Plan hinter der Einladung ist, werde ich gefragt. Hmm, nee, ist mir eigentlich nicht so klar, aber in China gelten wohl andere Gesetze. Ich befürchte, ich werde da jemandem diese Tage ganz schön enttäuschen müssen. Und es wird nicht Mini sein.

Nun, nach fünf Stunden erreichen wir Luoyang und ich bin froh, dass zumindest kein Prof mehr angerufen hat. Vielmehr wird mir von Kommilitonen gesagt, dass es im Masterstudium in China sogar gar nicht schlimm sei, wenn man mal fehle. Immerhin ein Gewissensbiss lässt nach.

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